Mexiko |

Regierungsplan gegen Femizide

Frauen in traditioneller Tracht beim Indígena-Fest in Tzintzuntzan (Foto: Adveniat/Pohl)

Mit einem Aktionsplan will Mexikos neue Linksregierung gegen die hohe Zahl von Frauenmorden vorgehen. „Wir wollen, dass sich der Staat um den Schutz der Frauen kümmert“, so Präsident Andrés Manuel López Obrador (AMLO) bei der Vorstellung des Regierungsprogramms gegen Femizide am Mittwoch, dem 6. März 2019. Der Plan soll bestehende Maßnahmen der öffentlichen Hand bündeln und verstärken, berichtet die Tageszeitung „El País“. 

„Wir haben ein Interventionsprogramm ausgearbeitet, dass alle drei Regierungsebenen einschließt“, erklärte die Regierungsstaatssekretärin Olga Sánchez Cordero. Die Exekutive kümmere sich um Prävention und Opferbetreuung. Die Judikative werde den Zugang zu den Gerichten bei Femiziden erleichtern. Die Legislative werde im Kongress neue Gesetze zum Schutz von Frauen ausarbeiten. AMLO war zuletzt in die Kritik geraten, weil er eine Korruptions-Überprüfung der Mittelvergabe für Frauenhäuser und Frauenschutz-Nichtregierungsorganisationen angekündigt hatte.

Medien und politische Gegner hätten seine Aussagen falsch dargestellt, „niemals wurde gesagt, dass die Frauen ohne Schutz bleiben“, dies sei eine „Staatsaufgabe“. In Mexiko hat die Gewalt gegen Frauen in den letzten Jahren massiv zugenommen. Das mittelamerikanische Land ist der gefährlichste Ort für Frauen in ganz Lateinamerika, 2019 wurden im Schnitt jeden Tag neun Frauen ermordet, in 98 Prozent aller Fälle waren die Täter Männer, so die mexikanische Behörde für innere Sicherheit. Lateinamerika ist der Kontinent weltweit mit den meisten Morden an Frauen. (bb)

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