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Proteste gegen Frauenmorde

Rosa Kreuze erinnern in Ciudad Juárez, Mexiko, an die Mädchen und Frauen, die verschwunden und zumeist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sind. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher
Rosa Kreuze erinnern in Ciudad Juárez, Mexiko, an die Mädchen und Frauen, die verschwunden und zumeist Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sind. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

In Nicaragua sind Frauen, Schwestern und Freundinnen von ermordeten Frauen gegen die anhaltend hohe frauenfeindliche Gewalt auf die Straßen gegangen. Am Dienstag, 20. März 2018, protestierten Opfer- und Frauenvereinigungen vor dem Obersten Gerichtshof in der Hauptstadt Managua für ein härteres Vorgehen von Justiz, Strafverfolgungsbehörden und Politik gegen Femizide, berichtet die Tageszeitung „El Nuevo Diario“.

Anlass der jüngsten Demonstrationen war der Mord an zwei Frauen in Jalapa im Norden des Landes. Die 38 Jahre alte Jamileth Ávila Sánchez und die 17 Jahre alte Zeyling del Carmen Zamora González waren diese Woche von Unbekannten in ihrem Haus angezündet und verbrannt worden. Die Frauen forderten von den Politikern, die 2016 geschlossenen Kommissariate für Frauen und Kinder wieder zu eröffnen, erklärte Magaly Quintana von der katholischen Frauenrechteorganisation „Recht auf Entscheidung“.

Bei Gewalt gegen Frauen solle zudem nicht wie gehabt eine Mediation stehen, sondern direkt gegen die Täter ermittelt werden, so eine weitere Forderung nach Gesetzesverschärfung. In 2017 wurden in Nicaragua 58 Frauen ermordet, neun mehr als noch 2016, zitiert das Blatt amtliche Daten der Nationalpolizei. In 2018 seien bereits 16 Frauenmorde verzeichnet worden, so die Karte der Gewalt gegen Frauen, die die Polizei in Nicaragua erstellt. (bb)