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EU und UN bekämpfen Frauenmorde in Lateinamerika

Rosa Kreuze vor der Staatsanwaltschaft in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez erinnern an die vielen verschwundenen Mädchen und Frauen (Symbolbild). Foto: Adveniat/Escher
Rosa Kreuze vor der Staatsanwaltschaft in der mexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez erinnern an die vielen verschwundenen Mädchen und Frauen (Symbolbild). Foto: Adveniat/Escher

Die vielen Morde an Frauen in Lateinamerika haben die Europäische Union (EU) und Vereinten Nationen (UN) dazu bewegt, das Programm „Spotlight“ zur Bekämpfung von Femiziden auch auf diesem Kontinent zu starten. „Wir sind stolz, dass wir heute auf regionalem Niveau dieses Programm beginnen“, so Neven Mimica, EU-Kommissarin für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung in einem Gastkommentar für die spanische Tageszeitung „El País“ am Donnerstag, den 27. September 2017.

Einem UN-Bericht zufolge liegen 14 von 25 Ländern mit den höchsten Mordraten an Frauen in Lateinamerika. 2016 wurden in Mexiko 2813 Frauenmorde gezählt, 466 in Honduras, 349 in El Salvador, 254 in Argentinien und 211 in Guatemala. Deshalb werde es in diesen Ländern Programme zur Aufklärung und direkte Hilfe für Frauen geben.

Das „Spotlight“-Programm kostet 500 Millionen Euro und wird finanziert mit Geldern der EU und UN. Zusammengearbeitet wird mit Institutionen des Gesundheitssystems, der Sozialarbeit, der Polizei und Justiz. Auch sollen mehr Daten über die Frauenmorde gesammelt werden. In Lateinamerika hat es in den letzten Jahren neue Gesetze zum Schutz von Frauen gegeben, dennoch ist die Region laut der UN-Weltgesundheitsorganisation „die am gewalttätigste für Frauen“. (bb)