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Lateinamerika gefährlichster Kontinent für Frauen

Rosa Kreuze in Tijuana, Mexiko, erinnern an verschwundene Menschen. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Diese Kreuze vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft in Tijuana, Mexiko, erinnern an die vielen verschwundenen Frauen und Mädchen. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Zum Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am Sonntag, dem 25. November 2018, haben in ganz Lateinamerika Menschen für ein Leben ohne sexuelle Übergriffe und Gewalt demonstriert. Derweil erinnerten Organisationen wie UN Woman, die Frauenorganisation der Vereinten Nationen, an die Tatsache, dass in Lateinamerika 2017 insgesamt 2.554 Frauen Opfer tödlicher Gewalt durch Männer geworden sind.

Damit sei der Kontinent „der tödlichste Ort für Frauen außerhalb eines Kriegsgebietes“, schreibt die spanische Tageszeitung „El País“ und weist darauf hin, dass in der UN-Statistik große Länder wie Mexiko und Kolumbien fehlen würden. Amtlichen Angaben aus Mexiko zufolge seien 2017 3.430 Frauen ermordet worden, neun Frauen am Tag. Allerdings seien davon nur 760 als Femizide registriert worden, auch weil in vielen Bundesstaaten der Mord an Frauen nicht im Strafgesetzbuch verankert ist.

Innerhalb Lateinamerika sind die mittelamerikanischen Länder El Salvador (10,2 Femizide pro 100.000 Einwohner), Honduras (5,8) und Belize (4,8) am gefährlichsten. In absoluten Zahlen wurden in Brasilien die meisten Frauen wegen ihres Geschlechts ermordet (1.133 Opfer in 2017), so Daten der Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL). Es wird geschätzt, dass die Hälfte der weiblichen Opfer von ihren männlichen Partnern oder Familienangehörigen ermordet werden. Bei männlichen Gewaltopfern sind es nur sechs Prozent. (bb)

CEPAL-Datenbank zu Frauenmorden: https://oig.cepal.org/es/indicadores/feminicidio