Honduras |

Sieben Männer im Fall Berta Cáceres schuldig gesprochen

Gut zwei Jahre nachdem die honduranische Umweltaktivistin Berta Cáceres umgebracht wurde, hat die Justiz des mittelamerikanischen Landes sieben von acht Angeklagte des Mordes für schuldig befunden. Zwei von ihnen, Sergio Rodríguez und Douglas Bastillo, arbeiteten für die Firma Desa, die in der Heimatregion von Berta Cáceres einen Staudamm bauen wollte. Sie sollen den Mord gemeinsam mit einem ehemaligen Militär Mariano Diaz organisiert haben. Die vier anderen Täter sind demnach bezahlte Auftragskiller.

Berta Cáceres hatte sich seit mehreren Jahrzehnten für die Rechte ihres indigenen Volks der Lenca eingesetzt und in diesem Zusammenhang auch gegen den geplanten Staudamm mobil gemacht. Für ihr ausdauerndes und erfolgreiches Engagement - das Projekt wurde tatsächlich still gelegt - wurde sie im Jahr 2015 mit dem Goldmann Preis ausgezeichnet. Dieser gilt als der Nobelpreis des Umweltengagements. Sie erhielt regelmäßig Morddrohungen und wurde im März 2016 in ihrem eigenen Haus von maskierten Männern erschossen.

Erfolg mit Beigeschmack

Sowohl die Angehörigen der Aktivisten als auch zahlreiche Medien brachten die Tat damals umgehend in Verbindung mit dem Staudamm-Projekt und vermuteten eine Verwicklung der Firma Desa. Diese wies die Vorwürfe wiederholt weit von sich und gab an,  Opfer einer Verschwörung zu sein. Obwohl die Verurteilung einerseits ein großer Erfolg ist, gibt es andererseits nach wie vor viele Stimmen, die die Rechtmäßigkeit des Prozesses, der am 20. Oktober begann,  anzweifeln. So geht Amnesty International beispielsweise davon aus, dass die tatsächlichen Drahtzieher nach wie vor nicht gefunden wurden und Rodríguez und Bastillo als Strohpuppen hinhalten mussten.

Das Verfahren gegen den Vorsitzenden der Firma, David Castillo, läuft noch und der Prozess hat noch nicht begonnen. Die individuellen Strafen für die sieben Verurteilten werden am 10. Januar des kommenden Jahres bekannt gegeben. (aj)

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