Honduras |

Bericht: Regierung und DESA planten Mord an Berta Caceres

Die honduranische Umweltaktivistin Berta Caceres wurde Opfer eines von langer Hand geplanten Mordkomplotts. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die unabhängige internationale Anwaltsorganisation GAIPE am 31. Oktober 2017 präsentierte. Demnach haben Führungspersönlichkeiten des Energiekonzerns DESA mit dem Militär und staatlichen Sicherheitskräften den Mord an der 43-Jährigen mindestens vier Monate lang geplant. Dies werde laut GAIPE aus den rund 2.000 Seiten gesichteten Materials deutlich.

Die Untersuchung bestätigt somit die Anschuldigungen der Familie von Berta Caceres sowie die von ihr ins Leben gerufene Indigenenorganisation COPINH. Diese hatten in den vergangenen Monaten immer wieder gefordert, dass die Untersuchungen sich nicht ausschließlich auf die acht Verdächtigen und inzwischen Angeklagten konzentrieren sollten. Stattdessen sollten sie zudem prüfen, ob eine kriminelle Vereinigung hinter den Anschlag stecke.

Vertuschung durch die Regierung?

Die honduranische Regierung hatte eine entsprechende Untersuchung durch eine unabhängige Expertenkommission unter der Schirmherrschaft der Interamerikanischen Menschenrechtskommission jedoch abgelehnt und die Führungsriege von DESA hat jegliche Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Weder das honduranische Sicherheitsministerium noch die Firma DESA haben sich bisher zu den jüngsten Erkenntnissen geäußert.

Berta Caceres war eine der bedeutendsten Aktivistinnen Honduras. Sie setzte sich mehr als 20 Jahre für die Rechte der indigenen Völker sowie den Erhalt ihrer natürlichen Umwelt ein. In diesem Zusammenhang kämpfte sie als Vorsitzende der COPINH gegen den Agua Zarca Damm, der zur Gewinnung von Strom am Lenca River in Westhonduras errichtet werden soll. Der Bericht der GAIPE bestätigt nun, dass dieser Kampf sie das Leben gekostet hat. (aj)

Weitere Nachrichten zu: Politik, Indigene