Honduras |

Mord an Berta Cáceres: Drahtzieher offenbar gefasst

Der Verdächtige war zum Tatzeitpunkt Exekutivpräsident des Energieunternehmens Desa, er habe einem der Täter Logistik und Mittel zur Verfügung gestellt, um den Mord zu begehen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Mittlerweile sitzen neun Verdächtige in Haft, darunter Hintermänner und an der Tat direkt Beteiligte.

Einsatz für indigene Völker

Am Samstag, 3. März 2018, jährt sich der Mord an Cáceres zum zweiten Mal. Die Aktivistin setzte sich für die Rechte der Lenca-Indianer ein und kämpfte gegen den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca durch die Firma Desa. Für ihr Engagement war die Koordinatorin des Rats der indigenen Völker Honduras mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden.

"Keine Mitschuld"

Desa wies in einer Mitteilung eine Verwicklung in das Verbrechen zurück und schrieb, dass ihr ehemaliger Mitarbeiter "unschuldig" sei. Die Verhaftung sei die Folge von "internationalem Druck und Schmutzkampagnen verschiedener NGOs gegenüber dem Unternehmen".

Nach dem Mordanschlag stellte das deutsche Unternehmen Voith seine Lieferungen für das umstrittene Wasserkraftwerk Agua Zarca ein. Über ein Joint Venture sollten Voith und Siemens Turbinen, Generatoren und Automatisierungstechnik im Wert von rund acht Millionen Euro an Desa liefern.

Quelle: Deutsche Welle, fab/cgn (dpa, rtre)

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