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Über 40 Migranten aus Reisebussen verschwunden

Migration, USA, Mexiko

In der Kapelle Santa Marta in Salto de Agua finden Migranten auf dem Weg in die USA für ein paar Tage Zuflucht. (Symbolfoto: Adveniat/Matthias Hoch)

In Mexikos Bundestaat Tamaulipas im Nordosten des Landes sind Behördenangaben zufolge über 40 Migranten verschwunden und vermutlich in der Hand von organisierten Kriminellen. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, habe eine kriminelle Gruppe in zwei Fällen in Richtung US-Grenze fahrende Reisebusse auf der Straße gestoppt, Reisende gezielt ausgewählt und diese in eigenen Fahrzeugen an einen unbekannten Ort transportiert.

Mexikos Staatssekretär für Bürgersicherheit Alfonso Durazo zufolge, handele es sich bei dem Verschwinden der Reisenden, die größtenteils Migrantinnen und Migranten aus näher nicht benannten Herkunftsländern sind, möglicherweise um eine Form der Schleuserkriminalität. Migranten und Kriminelle könnten eine Abmachung getroffen haben, um illegal ins Nachbarland USA einzureisen. „Das ist unsere Hypothese“, so Durazo am Dienstag, dem 12. März 2019.

Für die Schmuggel-These spräche die Tatsache, dass sich die Migranten bei ihrer Entführung nicht gewehrt hätten, berichtet die Tageszeitung „La Silla Rota.“ Am Donnerstag, dem 7. März 2019, hatten bewaffnete Männer einen Reisebus gekapert, der in Richtung Ciudad Reynosa an der US-Grenze unterwegs war, und 19 Migranten mitgenommen. Am Montag, dem 11. März 2019, waren 22 Migranten aus einem Reisebus auf derselben Strecke verschwunden. Mexikos Menschenrechtskommission warnte, die Männer könnten in Lebensgefahr sein. Die Entführung ereignete sich nahe der Stadt San Fernando, wo 2010 bereits 72 Migranten vom Zetas-Kartell entführt und ermordet worden waren. (bb)

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