Kolumbien |

Mordanschlag auf Kommunalpolitiker in Kolumbien

Die sechs Personen saßen in einem Auto, als sie von unbekannten Angreifern beschossen wurden. Unter den Todesopfern ist eine Politikerin der Liberalen Partei, die bei der anstehenden Kommunalwahl kandidierte.

Das gepanzerte Fahrzeug der Politiker brannte bei dem Anschlag völlig aus. Foto: picture-alliance/AP Photo/El Pais De Cali/Str

Die getötete Politikerin Karina Garcia hatte für das Bürgermeisteramt von Suárez kandidiert, eine knapp 20.000 Einwohner zählende Kleinstadt südlich der Hauptstadt Bogotá. Die 32-Jährige hatte vor wenigen Wochen gesagt, sie werde mit dem Tod bedroht. Zusammen mit fünf weiteren Personen befand sie sich in einem gepanzerten Fahrzeug, als sie von Unbekannten beschossen wurde. Der Anschlag ereignete sich am Sonntagabend, 1. September 2019 (Ortszeit). Unter den Todesopfern befindet sich auch die Mutter Garcias sowie ein Bewerber für den Stadtrat und drei weitere Menschen.

Die Region um Suárez ist von Drogenschmuggel und illegalem Raubbau geprägt; immer wieder kommt es in diesem Zusammenhang zu Gewalt. Ende Oktober sollen dort Regional- und Kommunalwahlen stattfinden.

Der kolumbianische Friedensbeauftragte Miguel Ceballos und Verteidigungsminister Guillermo Botero machten Dissidenten der FARC-Guerilla verantwortlich, die das Friedensabkommen von 2016 nicht angenommen hatten. Die meisten Kämpfer der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) hatten ihre Waffen nach dem historischen Friedensschluss niedergelegt. Das Abkommen beendete einen 50-jährigen bewaffneten Kampf der Guerilla gegen den kolumbianischen Staat.

Vergangene Woche kündigte Iván Márquez, die einstige Nummer zwei in der Hierarchie der FARC, in einem Internet-Video jedoch die Wiederaufnahme des bewaffneten Kampfes an. Márquez und eine Reihe weiterer Ex-Rebellen werfen der Regierung in Bogota vor, Verpflichtungen aus dem Abkommen nicht einzuhalten.

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