Brasilien |

Militär nimmt 127 Personen wegen Amazonas-Bränden fest

Ein Mitarbeiter der staatlichen Umweltbehörde Ibama im August 2019 beim Einsatz gegen die Waldbrände im brasilianischen Bundesstaat Rondônia. Foto: Operação Verde BrasilVinícius Mendonça/IbamaCC BY-SA 4.0

Während seines zweimonatigen Einsatzes gegen die Waldbrände im Amazonasgebiet hat Brasiliens Militär nach eigenen Angaben 127 Personen festgesetzt. Das berichteten örtliche Medien am Dienstagabend, 29. Oktober 2019 (Ortszeit). Zudem bekämpften die Soldaten demnach insgesamt 1.835 Brände. Im August und September hatten die Brände weltweit Besorgnis über die Zukunft des Amazonaswaldes ausgelöst.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte den Einsatz der Militärs angeordnet, nachdem seine Regierung im In- und Ausland wegen mangelnder Brandbekämpfung kritisiert worden war. Rund 10.000 Soldaten waren daraufhin zwischen dem 24. August und dem 24. Oktober in der Region eingesetzt worden. Dabei zerstörten sie nach eigenen Angaben 45 illegal errichtete Camps verdächtiger Personen und stellten 26.000 Liter Benzin sicher.

Die Brände sowie die seit Juli von staatlichen Stellen veröffentlichten Berichte über steigende Abholzungszahlen in Amazonien hatten zu einer diplomatischen Krise zwischen Brasilien und Frankreich geführt. Die deutsche Bundesregierung fror wegen der fortschreitenden Umweltzerstörung Hilfsgelder für den Waldschutz in Amazonien ein. Nachdem zwischen Januar und August ein starker Anstieg der Brände in Amazonien registriert wurde, liegen die Zahlen für September und Oktober nun unter dem Durchschnitt. Neben dem Einsatz des Militärs halten Experten auch das von der Regierung erlassene Verbot von offenem Feuer in der Region für die Reduktion verantwortlich. Insgesamt ist die Zahl der Brände im laufenden Jahr mit 71.000 jedoch schon jetzt höher als im gesamten Jahr 2018 mit damals 68.000 Bränden.

Weitere Nachrichten zu: Umwelt