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Investmentfonds fordern von Brasilien Schutz der Regenwälder

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Abgeholzter Regenwald im peruanischen Amazonasgebiet. Foto: Adveniat/Tina Umlauf

Investmentfonds mit einem Gesamtkapital von 16 Billionen US-Dollar fordern von Brasilien Maßnahmen zum Schutz des Amazonaswaldes. Das berichten örtliche Medien am Donnerstag,19. September 2019. In einem gemeinsamen Statement äußern die 230 Fonds ihre Sorge um finanzielle Nachteile sowie Imageschäden durch die Abholzung. Die größten Fondsgesellschaften stammen aus Frankreich, Großbritannien, Australien und Kanada.

"Angesichts des Anstiegs der Abholzungszahlen und der jüngsten Waldbrände in Amazonien sind wir besorgt, dass Unternehmen, die durch ihre eigenen Aktivitäten oder durch ihre Zulieferketten in Verbindung mit der Abholzung gebracht werden könnten, deshalb zunehmende Probleme an den internationalen Märkten erleiden", so das Statement.

Auch brasilianische Fonds haben unterschrieben

Die meisten der Investmentfonds stammen aus Westeuropa, darunter auch Rentenfonds aus Norwegen, Schweden und der Schweiz. Aber auch brasilianische Investmentfonds haben den Aufruf unterschrieben. Sie fordern Brasilien auf, konkrete Maßnahmen gegen die Abholzung und die Brände einzuleiten. Ihr gesamtes Portfolio ist mit 16 Billionen US-Dollar größer als die Wirtschaftsleistung Chinas, die derzeit bei rund 13 Billionen US-Dollar liegt.

In den letzten Wochen ist Brasiliens Regierung durch steigende Abholzungszahlen sowie anhaltende Waldbrände international in die Kritik geraten. Im August stiegen die Rodungen um 222 Prozent gegenüber August 2018. Präsident Jair Messias Bolsonaro verbittet sich jedoch die Einmischung in seiner Ansicht nach "innerbrasilianische Angelegenheiten". Hilfsangebote wie zuletzt von den G7-Ländern hat er deshalb abgelehnt.

Zweifel am Mercorsur-Abkommen wachsen

Auch innerhalb der Europäischen Union wächst die Kritik an Brasilien. In Österreich hat der EU-Unterausschuss des Nationalrates die Regierung am Mittwoch verpflichtet, gegen die Ratifizierung des Handelsabkommens mit der Mercosur-Gruppe, zu der Brasilien gehört, zu stimmen. Irland und Frankreich haben bereits ihre Zweifel an dem Handelsabkommen ausgesprochen. Die deutsche Bundesregierung zeigt sich zwar besorgt über die Umweltvernichtung in Brasilien, will aber trotzdem an dem Abkommen festhalten.

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