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Deutschland legt Mittel für Regenwaldschutz auf Eis

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Dichter Amazonas-Urwald im Distrikt Roraima in Brasilien. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Nach der angekündigten Streichung deutscher Gelder für den Amazonas-Regenwaldschutz in Brasilien hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro Kritik aus Berlin zurückgewiesen. „Sie können das Geld einsetzen, wie sie es für richtig halten. Brasilien braucht es nicht“, berichtet die Nachrichtenagentur AFP über die Reaktion des rechtsradikalen Bolsonaro am Sonntag, 11. August 2019 in der Hauptstadt Brasilia auf die Kritik der deutschen Regierung an seiner Umwelt- und Wirtschaftspolitik.

Zuvor hatte Deutschlands Umweltministerin Svenja Schulze in einem Interview mit der Tageszeitung „Tagesspiegel“ erklärt, dass rund 35 Millionen Euro aus dem Programm „Internationale Klimaschutzinitiative“ zur finanziellen Förderung von Waldschutz-Projekten in Brasilien erst dann wieder fließen würden, wenn die Bolsonaro-Regierung sich glaubhaft gegen die stark voranschreitende Abholzung der grünen Lunge der Erde einsetzen würde. Schulze hatte angesichts neuer Daten über die massiv zugenommene Amazonas-Rodung Zweifel angemeldet, ob „eine konsequente Reduzierung der Entwaldungsraten noch verfolgt wird“. 

Laufende Regenwald-Schutzprojekte würden laut Schulze weitergeführt, berichtet die Nachrichtenagentur DPA, geplante Vorhaben jedoch auf Eis gelegt. Bolsonaro, der den menschengemachten Klimawandel abstreitet und ein erklärter Freund der mächtigen Agrarlobby ist, hatte zuletzt den Direktor des Weltraumforschungsinstituts INPE entlassen. Ricardo Galvão hatte neue Amazonas-Abholzungsdaten präsentiert, die Bolsonaro als falsch bezeichnete, woraufhin der Wissenschaftler den Präsidenten als „Feigling“ bezeichnete. Laut INPE wurden im Juli insgesamt 2.254 Quadratkilometer Wald abgeholzt. Im Vorjahresmonat waren es 596,6 Quadratkilometer, was einer Zunahme von 278 Prozent entspricht. (bb)

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