Brasilien |

Goldsucher sollen indigenen Anführer ermordet haben

Goldgräberstelle in Peru (Symbolfoto: Adveniat/Tina Umlauf)

Illegal auf indigenes Gebiet eingedrungene Goldsucher sollen am Freitag in Nordbrasilien einen indigenen Anführer ermordet haben. Polizisten seien derzeit unterwegs in die entlegene Region, berichteten Medien am Wochenende. Ebenfalls am Freitag hatte Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro die Legalisierung der Goldförderung auf indigenem Land gefordert. Nachdem die bewaffneten Goldsucher am Freitag das Dorf Waiapi im Teilstaat Amapa angegriffen hatten, verbreiteten die Indigenen ein Hilfegesuch über soziale Netzwerke. Mitglieder ihres Volkes seien vor den Goldsuchern geflohen, eventuell gebe es mehr als nur den einen Toten, so ihre Botschaft. Spezialeinheiten der Polizei waren am Sonntag unterwegs in die zwischen dem Amazonasdelta und Französisch Guayana gelegene Region.

Bolsonaro, der sich selber als passionierten Goldsucher bezeichnet, hatte im letztjährigen Wahlkampf die Legalisierung der bislang illegalen Goldförderung versprochen. Zudem kündigte er wiederholt an, die indigenen Gebiete für die Rohstoffförderung freizugeben. Am Freitag kündigte er eine entsprechende Gesetzesinitiative an. Seinen Sohn Eduardo Bolsonaro habe er zudem beauftragt, dazu mit US-amerikanischen Unternehmen Verhandlungen aufzunehmen. Brasilianische und internationale Umweltschützer und Nichtregierungsorganisationen kritisieren die brasilianische Regierung für diese Initiativen. Bolsonaro verbittet sich jedoch eine Einmischung ausländischer Gruppen in innerbrasilianische Angelegenheiten. (kna)

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