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Polizei entdeckt 1.900 Goldsucher auf Yanomami-Land

Beim Goldschürfen gelangt giftiges Quecksilber in die Nebenflüsse des Amazonas. Foto: Adveniat/Rolf Bauerdick
Beim Goldschürfen gelangt giftiges Quecksilber in die Nebenflüsse des Amazonas. Foto: Adveniat/Rolf Bauerdick

Zudem wurden im Rahmen der koordinierten Aktion "Operation Curare 9" 1.900 illegale Goldsucher aufgegriffen, wie die Zeitung "Folha de S. Paulo" am Sonntag, 18. November 2018, berichtet. Ebenso wurden Flugzeuge, Boote und Fahrzeuge der Goldhändler beschlagnahmt.

Im Indigenengebiet der Yanomami im äußersten Norden Brasiliens ist jegliche Aktivität von Nicht-Indigenen untersagt. Trotzdem wird es seit Jahrzehnten von illegalen Goldsuchern ausgeplündert. Aufgrund des Quecksilbers, mit dem das Gold ausgewaschen wird, sind viele Flüsse der schwer zugänglichen Urwaldregion verseucht.

Im August gingen Polizei und Militär zu einer neuen Taktik über. So wurden permanente Kontrollposten an den Flüssen eingerichtet. Gruppen von Goldsuchern konnten sich über Wochen in dem dichten Urwald verstecken, bis ihnen der Proviant ausging und sie auf den Flüssen aufgegriffen werden konnten. Gegen 29 Personen wurde Haftbefehl erlassen, die restlichen ließen die Einsatzkräfte laufen. Rund 1.000 Soldaten sollen an der Operation beteiligt sein.

Mutmaßlicher Drahtzieher des Massakers von Haximu festgenommen

Unter den festgenommenen Goldhändlern ist auch Pedro Emiliano Garcia. Dieser gilt als Drahtzieher des "Massakers von Haximu", bei dem Goldsucher im Juli 1993 mindestens 16 Yanomami-Indigene töteten. Garcia war 1997 zu 20 Jahren Haft verurteilt worden. Es war das erste Mal, dass in Brasilien eine Person wegen "Genozids" verurteilt wurde. 2011 wurde Garcia aus der Haft entlassen. Anschließend widmete er sich demnach wieder der illegalen Goldsuche.

Die "Terra Indigena Yanomami" ist mit rund 10 Millionen Hektar das größte Indigenengebiet der Welt. Sie war 1992 kurz vor dem in Rio de Janeiro abgehaltenen Weltgipfel - auch Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung genannt - eingerichtet worden. Der damalige Präsident Fernando Collor de Mello wollte damit Brasiliens Engagement beim Schutz der Umwelt und indigener Völker zeigen.

Quelle: KNA

Kampagne "Zukunft Amazonas"

Klimawandel, rücksichtslose Ausbeutung von Rohstoffen, Wasserkraftwerke sowie gigantische Soja-, Zuckerrohr- und Palmölplantagen zerstören die Lebenswelt der ursprünglichen Völker Amazoniens. Daran sind auch deutsche Unternehmen beteiligt. Um diese Entwicklung zu stoppen, hat das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat gemeinsam mit dem Netzwerk Repam und anderen internationalen Organisationen Forderungen aufgestellt. Zu den Forderungen:

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