Argentinien, Bolivien |

Boliviens Ex-Präsident Morales geht nach Argentinien

Lateinamerika Bolivien Evo Morales

Evo Morales 2018 in La Paz. Foto: Adveniat/Martin Steffen

Der wegen Vorwürfen der Wahlmanipulation zurückgetretene ehemalige Präsident Boliviens, Evo Morales, ist am Donnerstag, 12. Dezember 2019, in Argentinien eingetroffen. Morales sei auf dem internationalen Flughafen Ezeiza gelandet und wolle in Argentinien bleiben, teilte der argentinische Außenminister Felipe Solá laut der Tageszeitung "Página 12" mit. Morales sei als Asylsuchender eingereist. Zuvor habe die neue argentinische Linksregierung einen entsprechenden Antrag genehmigt.

"Jetzt bin ich in Argentinien angekommen, um weiterhin für die Ärmsten zu kämpfen", twitterte Morales nach seiner Landung. Morales reiste aus Kuba an, wo er sich zuvor einem Gesundheitscheck unterzogen hatte. 

Der Exil-Sozialist sei mit seinem ehemaligen Vizepräsidenten Álvaro García Linera, seinem ehemaligen Außenminister Diego Pary Rodríguez sowie Ex-Gesundheitsministerin Gabriela Montano und Ex-Botschafter José Alberto Gonzáles nach Buenos Aires gekommen, berichten argentinische Medien.

Bolivien war nach der Präsidentschaftswahl am 20. Oktober von heftigen Unruhen erschüttert worden. Die Opposition warf dem seit 2006 regierenden Morales Wahlbetrug vor. Dieser bestand zunächst auf den Sieg im ersten Durchgang. Vertreter der Zivilgesellschaft, von Menschenrechtsorganisationen und der Kirche sprachen von Hinweisen auf Wahlbetrug, denen es nachzugehen gelte.

Eine Untersuchungskommission der OAS bestätigte schließlich diese Einschätzung und sprach in einem Abschlussbericht von schwerwiegenden Manipulationsversuchen. Der inzwischen zurückgetretene und zunächst ins Exil nach Mexiko geflohene Morales soll nun dem Vernehmen nach die Wahlkampagne der Sozialisten für die Neuwahlen im nächsten Jahr organisieren, wird dort aber nicht mehr als Kandidat antreten.

Weitere Nachrichten zu: Politik