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Awajún-Indigenas besetzen staatliche Erdölfirma

Erdöl, Peru, Pipeline

Eine Erdöl-Pipeline an der Via Auca in Peru wird repariert. (Symbolfoto: Adveniat/Achim Pohl)

In Perus Amazonasregion Loreto im Nordosten des Landes sind seit Donnerstag, dem 6. Dezember 2018, mehr als einhundert Awajún-Indigenas gegen das staatliche Erdölunternehmen „Petroperú“ auf die Straße gegangen. Wie die Tageszeitung „La República“ berichtet halten die mit traditionellen Waffen ausgerüsteten Männer zudem die Erdölstation Nr. 5 in der Ortschaft Saramiza im Distrikt Manseriche besetzt.

Die Proteste richten sich, den Demonstranten zufolge, gegen die anhaltende Umweltverschmutzung durch die Erdölförderung im Amazonas und die Untätigkeit der Politik. Nachdem es in der Vergangenheit regelmäßig zu Unfällen beim Erdöltransport kam, wobei Tausende Barrel Rohöl die Umwelt verschmutzten, habe die Zentralregierung in Lima bisher keine Maßnahmen zum Schutz von Natur und Bevölkerung eingeleitet, so der Vorwurf der Besetzer. Man werde die Förderanlage so lange besetzt halten, bis Staatspräsident Martín Vizcarra zu direkten Gesprächen vor Ort bereit sei, zitiert „La República“ die Protestierenden. 

Auch Premierminister Cesar Villanueva müsse anreisen, „so viele Treffen hat es gegeben, so viele Erklärungen wurden unterschrieben, die nicht eingehalten wurden, keiner von uns wird nach Lima reisen“. Vor allem die Vergiftung des Trinkwassers durch Öl und Schwermetalle müsste untersucht und beseitigt werden. Derweil halten im Amazonas-Distrikt Morona Anwohner einen Teil der Petroperú-Erdölpipeline besetzt. Sie demonstrieren Medienangaben zufolge gegen lokale Wahlergebnisse und hätten eine Pipeline beschädigt. Wegen der Besetzung seien 8.000 Barrel Erdöl ausgelaufen, die Protestierenden verweigern der Erdölfirma jedoch den Zugang zu den Anlagen. (bb)