Kolumbien |

Indigenen-Protestmarsch gegen Gewalt erreicht Bogotá

Friedensgraffiti in Bogotá, Kolumbien. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher
Friedensgraffiti in Bogotá, Kolumbien. Foto (Symbolbild): Adveniat/Jürgen Escher

Eine Gruppe von rund 500 Indigenen aus dem Bundesstaat Chocó ist zu Wochenbeginn in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá eingetroffen. Die Vertreterinnen und Vertreter der Minderheiten Embera Dóbida, Katío und Wounaan wollten bereits am Sonntag, 11. November 2018, auf dem zentralen Platz „Plaza de Bolívar“ ein Protestcamp errichten, um für die Einhaltung von Regierungszusagen und gegen die anhaltende Gewalt in ihrer Heimat zu demonstrieren, so lokale Medien.

Polizeikräfte verhinderten jedoch den Zutritt zur Stadt, informierte die Nationale Indigenenorganisation ONIC in einer Presseerklärung. Außerhalb von Bogotá seien die Demonstranten in ihren Bussen festgehalten und an der Weiterreise gehindert worden. Darum habe man sich am darauffolgenden Montag zu Fuß in die Stadt aufgemacht, kritisiert ONIC die „ungerechtfertigte Festsetzung“. Eine zweite Gruppe sei an der Plaza de Bolívar von Polizeieinheiten mit Gewalt am Betreten des Platzes behindert worden.

„Ich verstehe nicht, warum wir festgehalten wurden. Wir sind aus Chocó gekommen, damit uns die Nationalregierung hilft, damit sie ihre Versprechen einhält“, ärgert sich der Embera-Indígena Marciano Paniama über die Schikane. Laut ONIC herrscht im Bundesstaat Chocó im Nordwesten Kolumbiens eine „humanitäre Krise“. Bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Paramilitärs, ELN-Guerilla und Ex-FARC-Einheiten um Drogenrouten hätten zu einer „kritischen Situationen“ der indigenen Völker geführt, darunter „Zwangsrekrutierungen und Massenvertreibungen“. (bb)

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