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Vier Verdächtige im Marielle-Mord verhaftet

Über ein Jahr nach der Ermordung der linken Kommunalpolitikerin und Menschenrechtlerin Marielle Franco aus Río de Janeiro gehen die Ermittlungen weiterhin nur schleppend voran. Dennoch seien nach Bereichen lokaler Medien am Donnerstag, den 3. Oktober 2019 vier Verdächtige wegen Behinderung der Justiz, Waffenbesitz und Bildung einer kriminellen Vereinigung verhaftet worden. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, sie hätten die bisher unauffindbare Tatwaffe verschwinden lassen, so die Tageszeitung "O Globo".


Bei den Festgenommenen handelt es sich um José Márcio Mantovano alias "Márcio Gordo" und Josinaldo Lucas Freitas. Außerdem wurde die Ehefrau von Freitas und der Schwager einer der zwei Ex-Militärpolizisten verhaftet, die bereits im Dezember 2018 festgenommen worden waren. Die beiden Hauptverdächtigen Ronnie Lessa und Élcio Vieira de Queiroz sitzen bis heute in Untersuchungshaft. Die unauffindbare Tatwaffe soll von einem Fischer ins Meer geworfen worden sein, den bisher Unbekannte dafür bezahlt hatten. 


Der Verdächtige Freitas sei eng mit illegalen Milizen verbunden, für die er einen illegalen Fahrdienst in Rio de Janeiro unterhalten habe, so das Nachrichtenportal "Istoè". Zudem veröffentlichte das Gesellschaftsmagazin "Veja" Aufnahmen der Ermittlungsbehörden, die Fotos des verhafteten Kampfsportlehrers Freitas mit Brasiliens Präsidenten Jair Bolosonaro zeigen. Die Aufnahmen seien wenige Tage vor dessen Wahl ins höchste Amt des Staates entstanden. (bb) 

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