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Umweltverbände kritisieren langsamen Kohleausstieg

Chile hat seinen Rückzug aus der klimaschädlichen Stromgewinnung durch Kohlekraft angekündigt. In den nächsten fünf Jahren werde das Gastgeberland der Weltklimakonferenz, die im Dezember 2019 stattfinden wird, acht seiner Kohlekraftwerke vom Netz nehmen. Bis 2040 solle dann das letzte Kohlekraftwerk abgeschaltet werden, berichtet die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, 5. Juni 2019. Bis 2050 wolle Chile, das den Pariser Klimavertrag Anfang 2017 ratifiziert hat, CO2-neutral werden.

„Die Schritte, die wir heute ankündigen, sind ein konkreter und realer Weg, um Worte und Zusagen in Fakten und Wirklichkeit zu verwandeln“, hatte Staatschef Sebastián Piñera am Vortag die Entscheidung bekannt gegeben. Mit dem Kohleausstieg „beseitigen wir eine der wichtigsten Quellen für Treibhausgase“, zitieren lokale Medien den rechtsliberalen Politiker, „das beste Erbe, das wir unseren Kindern hinterlassen können, ist ein saubereres Land als jenes, das wir vorgefunden haben“.

Umweltverbände wie Greenpeace kritisierten den Kohleausstieg als deutlich zu langsam. Die Regierung würde de facto noch 20 Jahre auf Kohlekraft setzen, ein Abschalten der acht Kohlekraftwerke sei sofort machbar. Auch sei die angekündigte Abschaltung eine Mogelpackung, da diese wegen ihres hohen Alters sowieso ihren Betrieb einstellen würden. Der Umweltschutzorganisation „Nachhaltiges Chile“ zufolge seien sieben der Kraftwerke über 40 Jahre alt. Der Anteil von Kohlekraft an Chiles Energiegewinnung beträgt rund 40 Prozent. 45 Prozent kommen aus erneuerbaren Energien. 

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