Brasilien |

Mehrere brasilianische Bundesstaaten wollen Amazonasfonds retten

Lateinamerika Brasilien Amazonas Regenwald Adveniat

Der Fluss Purus im amazonischen Regenwald in der Nähe von Lábrea in Brasilien. Foto: Adveniat/Gleice Mere

Die Gouverneure der brasilianischen Amazonasregion wollen den von Deutschland und Norwegen finanzierten Amazonasfonds retten. In einem am Montag, 19. August 2019, veröffentlichten Schreiben drücken die Regierungen der Bundesstaaten Acre, Amazonas, Maranhao, Mato Grosso, Amapa, Para, Rondonia, Roraima und Tocantins ihr Bedauern darüber aus, dass Unstimmigkeiten zwischen den europäischen Geldgebern und der Zentralregierung Brasiliens den Fonds blockiert hätten. Die Teilstaaten wollen nun direkt mit Deutschland und Norwegen verhandeln, um das Problem zu lösen. Zudem soll eine Regionalbank die Staatsbank BNDES als federführendes Organ ablösen.

Seit Jahresanfang blockiert die neue brasilianische Zentralregierung den Fonds. Zudem nahm die Abholzung in der Region laut aktuellen Zahlen zu. Norwegen kündigte deshalb einen Zahlungsstopp an. Auch zwischen Deutschland und Brasilien gibt es in Sachen Umweltschutz Verstimmungen.

Gouverneure wollen direkt mit Deutschland und Norwegen verhandeln

Die Gouverneure erklärten nun, dass sie voll hinter den Aktivitäten des Fonds stünden und jegliche illegalen Arbeiten in der Amazonasregion ablehnten. Dort sollen derzeit Tausende illegal operierende Goldsucher und Holzhändler aktiv sein. Zudem roden Landwirte geschützte Wälder, etwa in Indigenen-Reservaten und Naturparks.

Norwegen hatte jüngst angekündigt, wegen der zunehmenden Abholzung am Amazonas für den Fonds bestimmte Gelder in Höhe von 33,3 Millionen US-Dollar einzufrieren. Bisher hat Norwegen bereits mehr als eine Milliarde Euro in die Waldprojekte investiert. Das deutsche Bundesentwicklungsministerium will seine Gelder derzeit nicht einfrieren, das Bundesumweltministerium legte jedoch Zahlungen in Höhe von 35 Millionen Euro für den Waldschutz auf Eis. Diese waren aber nicht für den Fonds bestimmt.

Weitere Nachrichten zu: Umwelt