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Mehr als 50 Tote bei Kämpfen in brasilianischem Gefängnis

 

Immer wieder kommt es in Brasiliens Gefängnissen zu blutigen Kämpfen zwischen rivalisierenden Banden. Dieses Mal gab es in einer Anstalt im Norden Unruhen. Was einige Insassen einander antaten, ist grausam.

Rauch steigt über dem Gefängnis von Altamira auf - die Häftlinge hatten Feuer gelegt. (Foto: picture-alliance/dpa/SUPISE)

16 der Opfer seien enthauptet worden, teilte die regionale Strafvollzugsbehörde mit. Insgesamt wurden 57 Menschen bei den Auseinandersetzungen getötet. Die Kämpfe in der Haftanstalt von Altamira im Bundesstaat Pará waren ausgebrochen, nachdem Mitglieder einer kriminellen Organisation in den Zellentrakt einer rivalisierenden Bande eingedrungen waren. Die Angreifer blockierten demnach den Ausgang eines Raumes und legten Feuer. Einige der Opfer erstickten.

Die Kämpfe hatten am Morgen (Ortszeit) begonnen und dauerten den ganzen Vormittag an. Zwei Wärter wurden den Angaben zufolge als Geiseln genommen, später allerdings freigelassen. "Das war eine gezielte Aktion. Die Häftlinge ließen die Beamten schnell wieder gehen, um zu zeigen, dass sie eine Rechnung mit der anderen Gang begleichen und nicht eine Rebellion gegen den Strafvollzug anzetteln wollten", sagte der Leiter der Strafvollzugsbehörde, Jarbas Vasconcelos.

Viele Gefängnisse in Brasilien werden faktisch von Gangs kontrolliert. Immer wieder kommt es hinter Gittern zu tödlichen Auseinandersetzungen, Meutereien oder Ausbruchsversuchen. Erst im Mai wurden bei Kämpfen in einer Haftanstalt im Bundesstaat Amazonas mindestens 55 Menschen getötet. Die Gefängnisse des größten Landes in Südamerika sind extrem überbelegt. Derzeit sitzen mindestens 708.000 Häftlinge in den Gefängnissen mit einer Gesamtkapazität für nur etwa 416.000 Insassen. Nach Behördenangaben war auch Altamira um etwa die Hälfte überbelegt. Der rechtsgerichtete Präsident Jair Bolsonaro hatte angekündigt, die Kontrollen in Gefängnissen zu verschärfen und neue Haftanstalten bauen zu lassen.

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