Guatemala |

Sieben Tote bei Gefängnisschießerei

Ein Jugendgefängnis in Rio, Brasilien (Symbolfoto: Adveniat/Bastian Bernhardt) 

In Guatemala sind bei einer Schießerei zwischen rivalisierenden Gefängnisinsassen und der Polizei sieben Menschen getötet worden. Wie die Tageszeitung „Prensa Libre“ am Dienstag, dem 6. Mai 2019, berichtet, habe eine Häftlingsgruppe versucht, einen wegen Frauenmordes verurteilten Drogenbaron umzubringen. Das Gefängnis "Pavón" ist die größte Haftanstalt des mittelamerikanischen Landes, rund 30 Kilometer östlich der Hauptstadt Guatemala-Stadt.

Die mit Macheten und Schusswaffen bewaffnete Gruppe „Los Rebeldes“ hätten den Kriminellen Byron Vargas Sosa ermorden wollen, der wegen Mordes an drei jungen Frauen zu 90 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, so die Zeitung. Den Angreifern sei es jedoch nicht gelungen, die für die Sicherheit von Sosa zuständigen Mithäftlinge zu überwinden, teilte die Nationalpolizei mit. Sosa gilt als starker Mann in dem Gefängnis, häufig komme es zu Gewalt gegen Mitgefangene, zudem soll der Gefangene in engem Kontakt mit mexikanischen Drogenkartellen stehen.

Das Gefängnis „Pavón“ wurde in den 1970er Jahren gebaut. Wegen der großen Belegschaft und der Macht der Kriminellen kontrollieren die Gefängnisbehörden nur Ein- und Ausgänge zur Haftanstalt. Die Verwaltung im Inneren des chronisch überfüllten Gefängnisses wurde den Insassen übertragen. Seit langem wird dieser Rückzug des Staates aus den Haftanstalten und der Resozalisierung krimineller Menschen kritisiert. Zudem hätten die Mafias mit der De-facto-Übernahme der Gefängnisse eine neue lukrative Einkommensquelle erschlossen.

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