Venezuela |

Kräftemessen in Venezuela

Parlamentspräsident Juan Guaidó liefert sich einen Machtkampf auf offener Bühne mit Präsident Nicolás Maduro. Foto: Reuters/C. Garcia Rawlins

Inmitten des Machtskampfs zwischen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und der Opposition hat der Geheimdienst Sebin nach Angaben von Regierungsgegnern den Parlamentspräsidenten Juan Guaidó vorübergehend festgenommen. "Ein Sebin-Kommando hat heute den Präsidenten der Nationalversammlung gefasst, und wir kennen seinen Aufenthaltsort nicht", wurde auf dem Twitterkanal von Guaidó mitgeteilt. Nach knapp einer Stunde kam Guaidó dann wieder auf freien Fuß.

Vereidigung trotz Bedenken

Der Machtkampf zwischen den beiden Politikern spitzt sich zu, seit Maduro sich am Donnerstag trotz zahlreicher Proteste im In- und Ausland für eine zweite Amtszeit vereidigen ließ. Guaidó forderte ihn offen heraus und kündigte am Freitag an, die Präsidentschaft vorübergehend zu übernehmen und Neuwahlen anzuberaumen. Er berief sich auf die Verfassung des südamerikanischen Landes und bat die Bevölkerung und die Streitkräfte um Unterstützung. Zahlreiche Staaten, internationale Organisationen und die venezolanische Opposition bezeichneten Maduros Wiederwahl vom vergangenen Jahr als undemokratisch. Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erkennt ihn nicht als legitimen Präsidenten an. Die USA und die EU forderten den Staatschef dazu auf, zur Demokratie zurückzukehren. Für den 23. Januar hat die venezolanische Opposition zu Massenprotesten aufgerufen.

Die Talfahrt geht weiter

Seitdem Maduro vor sechs Jahren die Macht übernahm, ist Venezuelas Wirtschaft um die Hälfte geschrumpft. Eine galoppierende Inflation entwertet das Geld der Venezolaner, der Internationale Währungsfonds rechnet mit einem Wert von zehn Millionen Prozent in diesem Jahr. Zudem leidet die Bevölkerung unter Nahrungs- und Medikamentenengpässen.

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