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Gericht soll Streit um Goldreserven für Corona-Notprogramme lösen

Im Streit um die Herausgabe von Goldreserven zwischen Venezuela und Großbritannien ist die venezolanische Zentralbank (BCV) vor ein englisches Gericht gezogen. Die von der Regierung von Präsident Nicolás Maduro kontrollierte Staatsbank fordert die Kontrolle über venezolanische Goldbarren im Wert von rund 930 Millionen Euro, die in der britischen "Bank von England" einlagern, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag, 19. Mai 2020.

Der Gerichtsprozess in London sei angestrebt worden, nachdem die venezolanische Seite im April erfolglos versucht hatte, die britische Zentralbank dazu zu bewegen, einen Teil der insgesamt 31 Tonnen eingelagerten Goldreserven Venezuelas zu verkaufen. Die erwarteten Einnahmen habe die Maduro-Administration an das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (PNUD) zahlen wollen, um in der Corona-Krise die sozialen und wirtschaftlichen Folgen abzufedern, so Reuters.

Die Richter in London müssen nun erstmals entscheiden, ob das Gold der machthabenden Regierung von Präsident Maduro oder der Gegenregierung von Parlamentspräsident Juan Guaidó ausgehändigt wird. Nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2018 hatte Großbritanniens Regierung zusammen mit 50 anderen Staaten Guaidó als rechtmäßige Regierung des Erdöllandes anerkannt. Derweil stieg der Goldpreis wegen der Corona-Pandemie am Montag auf den höchsten Stand seit siebeneinhalb Jahren, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Gold gilt als sichere Anlage in schwierigen Zeiten. Die Wirtschaft von Venezuela liegt wegen der politischen Dauerkrise, US-Sanktionen und niedrigem Ölpreis am Boden. (bb)

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