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Telenovela-Star wird Bolsonaros Kulturchefin

 

Eine seit Jahrzehnten aus Seifenopern bekannte brasilianische Schauspielerin wird Kulturstaatssekretärin im Kabinett. Regina Duarte ist als große Anhängerin des stramm rechten Präsidenten Jair Bolosonaro bekannt.

Regina Duarte mit ihrem Förderer Jair Bolsonaro. Foto: picture alliance/dpa/Palacio do Planalto/M. Correa

Ihre beste Zeit als Schauspielerin in brasilianischen Telenovelas lag in den 1980er und 1990er Jahren. Jetzt startet die 72-jährige Regina Duarte eine zweite Karriere - als Politikerin.

Nach einem Treffen mit Staatschef Jair Bolsonaro im Präsidentenpalast in Brasília teilte Duarte mit, sie habe die Ernennung zur neuen Kulturstaatssekretärin in der Regierung angenommen. Die konservative Schauspielerin hatte den Rechtspopulisten bereits 2018 in seinem Wahlkampf unterstützt und damals gesagt, sie stehe mit "Körper und Seele" an seiner Seite. Bolsonaro bestätigte Duartes "Ja". Sowohl die Schauspielerin als auch der Präsident hatten die geplante Übernahme des Kulturressorts im Vorfeld wiederholt mit einer "Hochzeit" verglichen. Wann Duarte das Amt antritt, ist laut brasilianischen Nachrichtenagenturen noch unklar.

Duarte folgt auf Roberto Alvim, der im Januar nach einem Skandal um die mutmaßliche Verwendung von Zitaten des Nazi-Propagandachefs Joseph Goebbels zurückgetreten war. Alvim hatte in einer Rede gesagt, dass die brasilianische Kunst im nächsten Jahrzehnt "heroisch und national" sein werde. Das Zitat wies große Ähnlichkeit zu einer Äußerung Goebbels zur Kunst im Dritten Reich auf.

Mit der Schauspielerin Duarte ist der Posten des Kulturstaatssekretärs in Brasilien bereits zum vierten Mal seit dem Amtsantritt Bolsonaros neu besetzt worden. Die Position entspricht der eines Kulturministers. Das Kulturministerium als eigenes vollwertiges Ressort hatte Bolsonaro abgeschafft.

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