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Bolsonaro will Gebiete Indigener in Brasilien für Unternehmen öffnen

(Symoblfoto) Die Transamazonica wurde mitten durch das Tenharin-Schutzgebiet im Amazonasgebiet in Brasilien geschlagen. Foto: Jürgen Escher/ Adveniat 

In Brasilien will die Regierung des rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro Indigenen-Schutzgebieten für Wirtschaftsunternehmen öffnen. Wie die brasilianische Tageszeitung „O Globo“ am Wochenende berichtet, dürfen Unternehmen künftig Öl und Gas  in den Gebieten fördern. Darüber hinaus sollen Bergwerke sowie Staudämmen zur Stromgewinnung in den Zonen entstehen. Die Zeitung beruft sich auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf, der dem Blatt vorliegt.

Demzufolge würden Indigenen-Gemeinden zwar vorab zu dem Gesetzesvorhaben befragt. Die Ureinwohner hätten jedoch kein Widerspruchsrecht, so die Zeitung. Lediglich eine finanzielle Entschädigung für die entstandenen Schäden sei geplant. Die Indigenen dürften jedoch selbst wirtschaftlichen Aktivitäten nachgehen, etwa der Viehzucht, Landwirtschaft oder dem Tourismus.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte ein brasilianischer Regierungssprecher, der Gesetzesentwurf werde noch geprüft und sei noch nicht vollständig ausgearbeitet. Allerdings hatte Brasiliens Bergbau- und Energieminister Bento Albuquerque laut AFP-Informationen bei einem jüngsten Treffen mit Diplomaten aus Europa konkret für die Pläne zum Abbau von Rohstoffen in den Gebieten der Ureinwohner geworben. In Brasilien und im Ausland stoßen die Pläne auf Kritik. (bb)

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