Kolumbien |

Streik-Komitee fordert ein Ende der Gewalt

Der kolumbianische Präsident Iván Duque soll sich stärker um den Frieden bemühen: Das fordern die Organisatoren des Generalstreiks in dem südamerikanischen Land.

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Schwer bewaffnete kolumbianische Polizisten. Foto (Symbolbild): Adveniat/Florian Kopp

Der konservative Politiker solle die Umsetzung des Friedensvertrages mit der ehemaligen Guerilla-Organisation Farc vorantreiben und die Voraussetzungen schaffen, um die auf Eis gelegten Friedensverhandlung mit der noch aktiven ELN-Guerilla wiederaufzunehmen. Das schreibt das "Komitee des Generalstreiks" am Donnerstag, 28. November 2019 (Ortszeit), in einem offenen Brief an Duque.

Zugleich kritisierte die Gruppierung die Form des von Duque initiierten "Nationalen Gesprächs". Stattdessen müsste ein "Tisch des Nationalen Dialogs" gebildet werden, der allen Kräften der Zivilgesellschaft die Teilnahme ermögliche, hieß es. Eine weitere Bedingung für einen nationalen Dialog sei die Demilitarisierung der Städte sowie ein Ende jeglicher Gewalt durch die Sicherheitskräfte, insbesondere durch die Bereitschaftspolizei Esmad. Mit dem Dialog verbinde sich die Hoffnung auf einen Wandel,  der das Ende der sozialen Ungleichheit, den Respekt vor den Menschenrechten sowie die Konsolidierung des Friedensprozesses bedeute.

Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören auch die ehemaligen Unterhändler der Friedensgespräche mit der FARC sowie der Verhandlungen mit der ELN. Darunter ist auch der Erzbischof von Cali, Dario de Jesus Monsalve.

Unterdessen wurden Ergebnisse der Untersuchung des Todes des bei den jüngsten Demonstrationen schwer verletzten Schülers Dilan Cruz (18) bekannt. Er kam demnach nicht - wie zunächst vermutet - durch eine Tränengasgranate zu Tode, sondern durch einen Schrotbeutel, Kaliber 12, abgefeuert durch einen Beamten der Esmad. Handyvideos legen nahe, dass der Schuss gezielt in die Richtung des Schülers erfolgte. Menschenrechtsorganisationen fordern eine unabhängige Untersuchung des Falls.

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