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Indigener Umweltaktivist und Gaskraftwerk-Gegner ermordet

Symbolfoto: Kraftwerk in Brasilien.

In Mexikos Bundesstaat Morelos haben Unbekannte den bekannten Umweltaktivisten Samir Flores Soberanes ermordet. Wie die Nachrichtenagentur „Quadratín“ zuerst berichtete, sei der 30 Jahre alte Flores am Mittwochmorgen, dem 20. Februar 2019, vor seinem Haus im Stadtteil Amilcingo der Stadt Temoac mit zwei Schüssen in den Kopf getötet worden. Das Opfer erlag im Krankenhaus der Gemeinde Jonacatelec kurz darauf seinen Verletzungen. Die Täter seien Augenzeugenberichten zufolge in zwei Autos geflohen.

„Das war ein politisches Verbrechen gegen einen Verteidiger der Menschenrechte“, machte die „Front zur Verteidigung von Land und Wasser in Morelos, Puebla, Tlaxcala“ (FPDTA) die „jetzige und vorherigen“ Regierungen für den Mord verantwortlich. Auch die Zapatisten-Organisation EZLN und der Nationale Indigenenkongress (CNI) verurteilten die Ermordung. Flores, der zur indigenen Minderheit der Náhuatl gehört, und die von ihm mitbegründete FPDTA stellen sich gegen das Gaskraftwerk in Huexca. Das Kraftwerk ist Teil der Energievorhabens „Proyecto Integral Morelos“ (PIM) und soll billigen Strom für die Region produzieren.

Bauern und Gemeindebewohner befürchten Umweltschäden durch eine 170 Kilometer lange Gaspipeline sowie eine 13 Kilometer lange Pipeline, die Wasser aus einer Kläranlage ins Kraftwerk pumpt. Insgesamt 6000 Bauernfamilien würden durch das Mega-Projekt, dessen Bau 2017 beendet wurde, ohne Wasser bleiben. Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador drückte sein Beileid aus und verurteilte den Mord als „ein feiges Verbrechen“. Eine von ihm anberaumte Volksbefragung zur Zukunft des umstrittenen Kraftwerks werde aber wie geplant am kommenden Wochenende stattfinden. (bb)

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