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Indigene protestieren gegen die Politik Bolsonaros

Antonio Enésio Tenharin vom Volk der Tenharin, ein indigenes Volk im Süden des Bundesstaates Amazonas (Symbolfoto: Adveniat/Jürgen Escher)

Zahlreiche Angehörige indigener Gemeinden sind am Donnerstag, 31. Januar 2019, in unterschiedlichen brasilianischen Metropolen auf die Straße gegangen, um gegen die Politik Jair Bolsonaros zu protestieren. Im Rahmen der Initiative „sangue indígena, nenhuma gota a mais!”“ protestierten die Demonstranten vor allem gegen die Auflösung der Indigenenbehörde FUNAI.

Diese Maßnahme hatte Jair Bolsonaro bereits während seines Wahlkampfes angekündigt. Zahlreiche indigene Vertreter befürchten in diesem Zusammenhang die sinkende Bedeutung ihrer Interessen. Im Vordergrund steht dabei vor allem die Frage der Landrechte, die in Brasilien seit jeher eine große Rolle spielt.  Die FUNAI war zum Zweck der Rückgabe von Landtiteln an ihre ursprünglichen Besitzer gegründet worden.

Breite Unterstützung

Die Brasilianer sind mit ihrer Sorge nicht allein. Auch die Organisation Survival International hat sich in einem öffentlichen Schreiben hinter die Indigenen gestellt. Darüber hinaus kritisierten außerdem mehrere Umweltorganisationen die von Bolsonaro geplante Maßnahme. So fordert beispielsweise Marea del Medio Ambiente eine umfassende Sensibilisierung für ökologische Themen und die Aufnahme in die Lehrpläne an brasilianischen Schulen. Die Sorgen der Indigenen reihen sich in die Probleme der unterschiedlichsten Minderheiten, die sich der Diskriminierung des rechtsextremen Präsidenten Jair Bolsonaros ausgesetzt sehen. (aj)

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