Nicaragua |

Friedensdialog unterbrochen

Zwei vermummte Demonstranten, die am 28. Juli 2018 in Managua gegen die Gewalt seitens der Regierung protestierten. Auf dem Plakat steht: „Bringt uns nicht um – Freies Nicaragua“. (Foto: Adveniat/Klaus Ehringfeld)

Das oppositionelle Bündnis, bestehend aus Studentengruppen, Unternehmern und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren, hat am Sonntag, dem 10. März 2019, mitgeteilt, die Gespräche mit der Regierung zu unterbrechen, solange die Regierung nicht eine Geste des guten Willens zeige und politische Gefangene freilasse. Seit dem Anfang der Proteste im April 2018 hatte die Ortega-Regierung über 700 Menschen gefangen genommen. Mit dem neuerlichen Beginn der Friedensgespräche vor zwei Wochen sind 112 Menschen freigelassen worden. Die Opposition machte in ihrer Mitteilung nicht klar, ob alle oder nur einige Gefangene freigelassen werden sollen. Außerdem forderte das Bündnis, dass die Belästigungen und Drohungen gegenüber den Familien von Demonstranten aufhören und die Bedingungen für Gefängnisinsassen verbessert werden müssen.

Die Regierung antwortete bislang nicht auf die Forderungen. Präsident Ortega lehnt es weiterhin ab, die Präsidentschaftswahlen, angesetzt für 2021, vorzuziehen. Als Vermittler zwischen den beiden Parteien stehen die Bischöfe dieses Mal nicht mehr zur Verfügung. Wie die Bischofskonferenz am Freitag, dem 08. März 2019, bekannt gab, sei die "Stunde der Laien" angebrochen, berichtet das Nachrichtenportal des Vatikans "Vatican News". Der Erzbischof von Managua und Vorsitzender der nicaraguanischen Bischofskonferenz Kardinal Leopoldo Brenes nahm an der ersten Runde der Gespräche teil, dies sei ein Zeichen des guten Willens gewesen. Die offizielle Anfrage nach der ersten Verhandlungsrunde für eine Vermittlerrolle lehnten die Bischöfe jedoch ab. (aw)

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