Chile |

40.000 Liter Diesel in Patagonien ausgelaufen

Das Unglück ereignete sich auf der Isla Guarello. die zum Gebiet des indigenen Volkes der Kawesqar gehört.

Öltanker in der Nähe Neuseelands (Foto: Bernard Spragg. NZ)

Das Stahl-Unternehmen Siderúrgica Huachipato hat nach dem Vorfall am vergangenen Samstag, dem 27. Juli 2019, bislang noch keine genaue Ursache genannt. Die Isla Guarello liegt etwa 250 Kilometer nordwestlich der Stadt Puerto Natales. Chiles Marine zufolge haben starke Winde mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern dafür gesorgt, dass sich der Treibstoff im Wasser nicht weiter ausbreitete. Während Greenpeace Chile von verheerenden Folgen des Unglücks spricht, hieß es von staatlicher Seite, noch sei keiner einzigen Tierart Schaden zugefügt worden.

Ölfilm lässt kein Licht mehr ins Meer einfallen

Die Umweltschutzorganisation hält die Lage für schwerwiegend, sei das Wasser in der Gegend doch sehr rein. Hier lebten zahlreiche Meeressäuger wie Wale und Delfine. Wenn diese zum Atmen an die Wasseroberfläche kämen, drohten sie in Kontakt mit der Dieselschicht zu geraten. Dieser Film verhindere zudem, dass Licht einfalle, was Auswirkungen auf das maritime Ökosystem habe. Das Mutterunternehmen CAP, fordert Greenpeace, müsse so umfassend wie möglich informieren und dürfe nichts verbergen, wie es beim Auslaufen von Öl häufig vorkomme. CAP baut auf der Isla Guarello Kalk ab. Bergbauaktivitäten an ökologisch empfindlichen Orten bedeuteten immer eine Gefahr. Zunächst war die Rede von ausgelaufenem Rohöl, die Behörden sprachen dann nach einigen Stunden aber von Diesel. Von offizieller Seite hieß es zur Beruhigung, Diesel verschwinde schneller als Rohöl. Chiles Marine versucht, die Lage zu kontrollieren und die Folgen abzumildern.

Indigene fordern seit Langem Vorkehrungen

Vertreter der Kawesqar aus dem Ort Puerto Edén erklärten, der Archipel Madre de Dios, zu dem die Isla Guarello zählt, berge Stätten von großer Bedeutung für das indigene Volk. Das Meer und seien Ressourcen spielen eine große Rolle in der Kultur der Kawesqar. In unterirdischen Höhlen fanden Forscher Wandmalereien, wichtige archäologische Zeugnisse. Mit der Tierwelt, etwa den Seevögeln,  besteht für die Indigenen eine enge Verbindung. Sie fordern eine transparente Untersuchung, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Risiken müsse künftig besser vorgebeugt werden durch die Schaffung geeigneter Instrumente. Dies fordere man bereits seit Jahren, stoße bei den Regierungen aber auf taube Ohren, heißt es in einem Kommuniqué. Vor allem Fischer müssten geschützt werden. (bs)

Weitere Nachrichten zu: Umwelt