Honduras |

Zunahme von Morden an Kindern und Jugendlichen

Im Zeitraum von April bis Juni dieses Jahres sind in Honduras 310 Personen unter 23 Jahren ermordet worden. Dies geht aus einem Bericht der Nichtregierungsorganisation „Internationales Institut Casa Alianza“ hervor, der kürzlich veröffentlicht wurde.

Unter den Mordopfern sind 76 Jugendliche unter 18 Jahren. Im selben Zeitraum des Vorjahres hatte Casa Alianza 232 Morde registriert. Die Organisation zeigt sich alarmiert angesichts der Zunahme von Gewalt gegen Kinder und Jugendliche in Honduras.

„Die Zunahme gewaltsamer Tode von Jugendlichen und Kindern in Honduras annullieren die Existenz eines Rechtsstaates und verdeutlichen die Macht von kriminellen Vereinigungen, die niemand kontrolliert“, heißt es im Bericht.

Fehlende Kontrolle des Schusswaffenbesitzes

Vor allem in den bevölkerungsreichsten Städten fallen besonders viele Kinder und Jugendliche einem Mord zum Opfer. In der Hauptstadt Tegucigalpa und in Comayagüela gab es 119 Morde, 86 Mordfälle ereigneten sich in San Pedro Sula. Die Opfer kommen aus armen und häufig auch zerrütteten Familien, die über keine Grundversorgung wie Ausbildung, Gesundheitsversorgung oder ausreichende Ernährung verfügen. Das Mordmotiv ist häufig ein familiärer Konflikt, Raub oder Rache.

Die Organisation kritisiert in diesem Zusammenhang außerdem eine fehlende Kontrolle des Schusswaffenbesitzes. Von den 310 getöteten Kindern in den vergangen drei Monaten seien 280 mit Schusswaffen umgebracht worden.

Ein weiteres Problem sei das allgemeine Versagen der Justiz, von dem nicht nur die Kinder und Jugendlichen betroffen seien, denn die meisten Morde bleiben straffrei.

Seit 1998 sind nach Angaben von Casa Alianza in dem rund acht Millionen Einwohner zählenden Land 6.599 Kinder und Jugendliche eines gewaltsamen Todes gestorben. (bh)

Quelle: Adital