Ecuador |

Wörterbuch für Gebärdensprache feiert Premiere

Ecuador hat seit Wochenbeginn ein amtliches Wörterbuch für Gebärdensprache. »So wie es die spanische Sprache, die englische oder chinesische gibt, so gibt es auch die Gebärdensprache«, unterstrich Vizepräsident Lenín Moreno die Gleichwertigkeit der Kommunikationsmittel. Das erste amtliche Wörterbuch für Menschen mit Hörproblemen im Andenland soll deren Chancen in der Gesellschaft fördern, so der Politiker während der feierlichen Präsentation der Neuerscheinung in der Hauptstadt Quito.

Menschen mit Hörbehinderung seien in Ecuador bisher vom Bildungssystem ausgeschlossen geblieben, erklärte Moreno. Sogar der Gebrauch der Gebärdensprache sei teilweise verboten worden. Für Angestellte im Staatsdienst sei eine Kurzfassung des Wörterbuches erarbeitet worden. Auf diesem Weg soll Hörgeschädigten der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen erleichtert werden. Exemplare werden in Papierform oder Digital kostenlos an Eltern, Schulen und Behörden verschickt.

Ecuador kann mit der Hilfe des Auslands rechnen. Aus gegebenem Anlass lobte Vizepräsident Moreno das kubanische Gesundheitsprogramm »Mission Manuela Espejo«, in dessen Rahmen bisher eine halbe Million Ecuadorianer untersucht und 14.000 Hörgeräte- und Hilfen verteilt worden sind. Die Mehrzahl der behandelten Patienten sind offiziellen Angaben zufolge Kinder und Jugendliche. Das erste amtliche Gebärdensprachen-Lexikon ist ein Gemeinschaftswerk von Ecuadors Vereinigung tauber Menschen, Bildungsministerium und der US-amerikanischen Entwicklungsbehörde USAID. (bb)