Ecuador |

Wirtschaftskrise gefährdet Yasuní-ITT-Initiative

Trotz Schwierigkeiten hat Ecuadors Regierung seine Bereitschaft erklärt die Yasuní-ITT-Initiative weiterzuführen, so Berichte der staatlichen Nachrichtenagentur ANDES. „Die Regierung glaubt an diese Initiative“, erklärte zu Wochenbeginn Ecuadors Staatsminister für Planung und Entwicklung Fander Falconí auf einer Pressekonferenz in Quito. Gegen Zahlung einer Entschädigung in einen Treuhandsfonds durch die Weltgemeinschaft will Ecuadors Regierung auf die umweltbelastende Ausbeutung des Erdölfeldes Ishpingo-Tambococha-Tiputini (ITT) im Osten vom Yasuní-Nationalpark verzichten.

„Die Regierung hat gesagt, dass Alternative Nummer Eins (Anmerk. der Red.: das Erdöl in der Erde zu lassen) die bevorzugte Option ist“, bekräftige der Wirtschaftswissenschaftler, der 2009 bei einem Deutschlandbesuch die Zusage der Bundesregierung für eine jährliche Zahlung von 50 Millionen Euro erhalten hatte. Ecuador sieht vor allem die Industrieländer als größte Erdöl-Verbraucher und CO2-Verursacher in der Pflicht.

Entgegen gemachter Zusagen der Weltgemeinschaft seien in den Treuhandfonds bisher nur 364 Millionen US-Dollar eingegangen, so offizielle Angaben. „Die Initiative muss weitergehen, sie muss verteidigt werden, und die reiche Welt muss mehr Verantwortung übernehmen, denn dort passiert die meiste Umweltverschmutzung, das Recht auf Verschmutzung ohne einen Cent zu zahlen wird sich weiter zugestanden“, fordert Falconí mehr finanzielles Engagement des Nordens.

Insgesamt sollen 3,6 Milliarden US-Dollar in den Treuhandfonds fließen. Diese Summe geht Berechnungen zufolge Ecuadors Volkswirtschaft verloren, wenn das öl im Amazonas im Boden nicht gefördert wird. „Zum Nachteil der gesamten Weltwirtschaft sind die europäischen Länder seit 2008/2009 in einer schweren Wirtschaftskrise. Griechenland, Portugal, Irland und Spanien haben große Schwierigkeiten, was die Erschließung von Mitteln für die Initiative erschwert“, erklärte der Planungsminister. Ende Juli werde Quito endgültig über die Zukunft von Yasuní-ITT entscheiden. (bb)