Kolumbien |

Weitere Geisel freigelassen

Die marxistische Rebellenorganisation FARC hat am Sonntag eine weitere Geisel freigelassen. Der im Dezember 2010 verschleppte Polizist Carlos Alberto Ocampo Perez ist von den Rebellen an eine Vermittlermission übergeben worden, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in einer Stellungnahme mit. Zwei weitere Geiseln, die sich bereits 2007 und 2008 in der Gewalt der FARC befinden und ebenfalls am Sonntag freigelassen werden sollten, müssen dagegen weiter auf die Freiheit warten. Nach Angaben der kolumbianischen Regierung waren die Übermittlung „falscher Koordinaten“ des Übergabeortes durch die Guerilla für die gescheiterte Freilassung verantwortlich.

Unterdessen hat die oppositionelle Ex-Senatorin Piedad Cordoba der kolumbianischen Regierung angeboten, als Vermittlerin zwischen der FARC und der Regierung für Friedensgespräche zur Verfügung zu stehen. Cordoba, die zahlreiche Geiselfreilassungen als Vermittlerin vorbereitete, genießt das Vertrauen der katholischen Kirche in Kolumbien, verlor aber ihr Abgeordnetenmandat wegen einer angeblich zu großen Nähe zur FARC. Cordoba zeigte sich optimistisch, dass auch die beiden weiteren Geiseln, die eigentlich am Wochenende frei sein sollten, bald in Freiheit sein werden.

Die kolumbianische Regierung lehnt direkte Gespräche mit der FARC ab, so lange diese nicht alle Geiseln in Freiheit entlassen hat. Die FARC wiederum verlangt im Gegenzug die Freilassung von Rebellen aus den kolumbianischen Gefängnissen, die sie als politische Gefangene betrachtet. (TK)