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Voranhörung des TPP gegen Genmais

Im Rahmen des Permanenten Völkertribunals (TPP), Kapitel Mexiko, wird an diesem Wochenende im südmexikanischen Oaxaca die Voranhörung zur Verunreinigung einheimischer Maissorten mit Genmais stattfinden. Es werden rund 1.000 Besucher zu der Anhörung erwartet. Während am heutigen Tag Fälle vorgestellt und Betroffene als Zeugen berichten werden, ist für morgen eine öffentliche Konferenz zum Thema Genmais vorgesehen, an dem unter anderem die Trägerin des alternativen Nobelpreises, Vananda Shiva, teilnehmen wird.

Das nichtstaatliche TPP wurde 1979 in Bologna mit dem Ziel ins Leben gerufen, Menschenrechtsverletzungen sichtbar zu machen und angezeigte Vorfälle rechtlich zu beurteilen. Als Vorbilder dienten das erste und zweite Russell-Tribunal (1966 bis 1967 zur Beurteilung der Verbrechen im Vietnamkrieg und 1974-1976 zu den Diktaturen in Lateinamerika). In Mexiko begann der Prozess vor zwei Jahren, als soziale, zivilgesellschaftliche und Menschenrechtsorganisationen sowie Einzelpersonen Kontakt zu der italienischen Lelio-Basso-Stiftung aufnahmen, die das TPP seinerzeit ins Leben gerufen hatte, und um die Einrichtung eines Tribunals in Mexiko baten.

Betroffene Gemeinden und Wissenschaftler als Zeugen

Als Zeugen der Anhörung werden mehrere betroffene bäuerliche und indigene Gemeinden teilnehmen, aber auch Wissenschaftler wie der Berkeley-Professor und Aktivist Ignacio Chapela. Der mexikanische Mikrobiologe hatte 2001 die Verunreinigung mit Genmais in Bergregionen Oaxacas entdeckt und nachgewiesen. Am Ende der Voranhörung werden die Gutachter ein symbolisches Urteil fällen.

Mexiko ist Ursprungszentrum des Mais mit einer hohen lokalen Sortenvielfalt, die viele Wissenschaftler, bäuerliche, indigene und Umweltorganisationen durch mögliche Kontaminierung mit Genmais bedroht sehen. Bis 2009 gab es zum Schutz einheimischer Sorten ein Moratorium gegen Genmais. Seitdem diese Beschränkung aufgehoben ist, wurde der Anbau von Genmais Schritt für Schritt vorangetrieben.

Anträge auf mehrere Millionen Hektar Genmaisaussaat

2012 beantragten Monsanto, DuPont-Pioneer und Dow die Genehmigung für die kommerzielle Aussaat von Genmais auf über einer Million Hektar in den nördlichen Bundesstaaten Sinaloa und Tamaulipas. Über diese Anträge hat die neue Regierung von Präsident Enrique Peña Nieto noch nicht entschieden, ebenso wie über vor wenigen Wochen gestellte Neuanträge. Der marktbeherrschende Konzern Monsanto will die Genehmigung für einen Genmais-Anbau auf einer Gesamtfläche von fast 12 Millionen Hektar in den Bundesstaaten Chihuahua, Coahuila und Durango erreichen.

Die Voranhörung kann per Audio-Livestream weltweit mitverfolgt werden. (bh)