Bolivien |

Vertreter der Aymara-Gemeinden wollen Wasser-Steuer

Der »Nationale Rat der Nation Qhapaq Uma Suya« im Departamento La Paz hat in einer am Donnerstag abgegebenen Erklärung eine Wasser-Steuer für Brauereien und andere Getränkehersteller gefordert und sich damit in die aktuelle Debatte um den Umweltschutz eingebracht.

»Es ist wichtig, dass wir das überlebenswichtige Wasser schützen, nicht nur für unsere Völker, sondern für die gesamte Bevölkerung in Bolivien und der Welt. Wir müssen die Mutter Erde beschützen, weil die Brauerei-Firmen die Venen der Pachamama anzapfen: das Wasser«, sagte Carmelo Titirico Condori, Mallku-Gemeindeführe auf Radio Erbol. Der Vorschlag soll im derzeit diskutierten Gesetzes-Projekt der Regierung »Schutzgesetz für die Mutter Erde« Berücksichtigung finden, forderte Titirico.

Für jeden Liter Wasser sollen die Unternehmen eine Sondersteuer von drei Bolivianos (0,30 Euro) zahlen, so der Vorschlag der Aymara-Gemeinden. Es sei wichtig die Menge entnommenen Wassers festzulegen, etwa von der privaten »Nationalen Brauerei Boliviens« (CBN). Normen zur Benutzung der angesichts der globalen Erwärmung zunehmend knapper werdenden Ressource seien nötig, Firmen würden ohne Kontrolle illegale Brunnen bohren.

»Das „Institut für Hydraulik und Hydrologie“ und das „Nationale Programm Klimawandel“ haben festgestellt, dass die Gletscher des Illimani und Huayna Potosí eine drastische Abschmelzung erleben, es kann sein, dass wir in 30 Jahren nicht mehr von diesem Wasser profitieren können«, warnte Titirico vor Wassernot. Für die Produktion eines Hektoliters Bier würden drei Hektoliter Wasser benötigt. Die Millionenstädte La Paz und El Alto beziehen ihr Trinkwasser zum Großteil aus den umliegenden Gletschern der Anden. (bb)