Kolumbien |

Verfassungsgericht stoppt Bergbauprojekt

Das kolumbianische Verfassungsgericht hat Lizenzen für den Abbau von Bodenschätzen auf dem Gebiet der afrokolumbianischen Gemeinde La Toma in der Region Cauca für ungültig erklärt. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass die freie, vorherige und informierte Konsultation der Betroffenen nicht erfolgt sei. Bis die Konsultationen nicht vorschriftsmäßig erfolgt seien, darf das kolumbianische Institut für Geologie und Bergbau (INGEOMINAS) keine neuen Lizenzen vergeben, so das Urteil der Richter.

Damit hob das Gericht frühere Entscheidungen auf, die zu Ungunsten von La Toma ausgefallen waren. Neben der Lizenzvergabe ist damit auch die vom Bürgermeister von Suárez im April 2010 angeordnete Vertreibung der Bewohner unrechtmäßig.

Bewohner von afrokolumbianischer Gemeinde ermordet

Die Gemeinde, deren Bewohner selbst informell Bergbau betreiben, war im Oktober 2009 von Paramilitärs der „Águilas Negras“ bedroht worden. Obwohl die Bewohner die Fälle anzeigten, wurde nichts unternommen. Sechst Monate später wurden acht afrokolumbianische Minenarbeiter umgebracht.

Im November 2009 war eine Delegation der Interamerikanischen Menschenrechtskommission vor Ort, um sich die Menschenrechtssituation und die von den Bewohnern beklagte Umweltverschmutzung anzusehen.

Die Bergbaukonzerne Unión Fenosa, Anglo Gold Ashanti, Smurfit Kappa Cartón de Colombia und CosigoResources haben großes Interesse an Bergbauvorhaben in der Region. (bh)

Quelle: Adital