Nicaragua, Argentinien |

Verfahren gegen Zeugen des Mordes an Cabral eröffnet

In der nicaraguanischen Hauptstadt Managua wird heute das Verfahren gegen den Unternehmer Henry Fariña wegen Drogenhandels eröffnet. Bei einem Attentat in der Nähe des Flughafens von Guatemala-Stadt, das vermutlich Fariña gegolten hatte, war im März des vergangenen Jahres der argentinische Liedermacher Facundo Cabral erschossen worden, der sich in Begleitung Fariñas befunden hatte.

Fariña, der als Chef eines Drogenhändlerringes gilt, war am 29. Mai 2011 von den nicaraguanischen Behörden wegen Bandenkriminalität, Geldwäsche und internationalem Drogenhandel verhaftet worden. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass Fariña, wie auch der Costa Ricaner Alejandro Jiménez alias ´El Palidejo´, der vergangenes Jahr das Attentat verübt hatte, zu einem Netzwerks des organisierten Verbrechens gehörte, das mit der Gruppe "Los Charros“ zusammenarbeitet, die in Guatemala operiert und mit dem mexikanischen Drogenkartell „Familia Michoacana“ zusammenarbeitet.

Fariña war Organisator der Tournee von Cabral

Das Verfahren, in dem laut Nachrichtenagentur TeleSur 24 Nicaraguaner angeklagt sind, gilt als eines der wichtigsten in Mittelamerika. Mitangeklagt sind unter anderem auch sein Bruder Pedro Fariña und mehrere Gesellschafter von zur Geldwäsche genutzten Firmen, sowie untergetauchte US-amerikanische Betreiber von Luxus-Nachtklubs, Gerald James Shackelford.

Der 1937 geborene Liedermacher Facundo Cabral hatte sich letztes Jahr auf einer von Henry Fariña mitorganisierten Tournee durch Mittelamerika befunden. An den Tagen zuvor hatte er noch viel umjubelte Konzerte in Guatemala-Stadt und Quetzaltenango gegeben. Cabral hatte mit 17 Jahren begonnen, Musik zu machen. Mit dem Lied „No soy de aquí, ni soy de allá“ erreichte er im Jahr 1970 Weltruhm. Die Ermordung des Künstlers hatte weltweit für Entsetzen gesorgt. (bh)

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