Ecuador |

Verbot für Spielkasinos

Ecuadors Präsident Rafael Correa hat am Wochenende ein Gesetz zur schrittweisen Einschränkung von Glücksspielen geregelt. Spielhallen werden mit sofortiger Wirkung geschlossen, Kasinos wird eine Übergangsfrist von sechs Monaten eingeräumt. Das Verbot sei »unwiderruflich«, so Correa am Sonntag in lokalen Medien.

Ab der Veröffentlichung im Gesetzesblatt laufe die Frist, erklärte das Staatsoberhaupt, das mit dem Dekret ein Ergebnis der Volksbefragung im Mai 2010 zum Verbot jeglichen kommerziellen Glücksspiels umsetzt. Das Dekret mache Klagen der Glücksspielbetreiber oder Entschädigungsforderungen unmöglich, auch für entlassene Angestellte werde der Staat keine Zahlungen leisten, stellte Correa klar.

Der Sprecher der Glücksspielindustrie Fausto Flores sagte am Montag, dass Investitionen in Länder wie Costa Rica, Puerto Rico und Kolumbien gehen würden. Dort sei das Glücksspiel als »Bestandteil des Tourismus« anerkannt, so Flores in der Tageszeitung La Hora. Rund 180 Millionen Dollar aus dem Geschäft mit Spielautomaten, Poker und Roulette würde nun ins Ausland abwandern, die rund 3200 entlassenen Angestellten würden ins »soziale Chaos» stürzen, so Glücksspiel-Verbandssprecherin (ANPASJU) María Augusta Díaz.

In Ecuador existieren laut ANPASJU rund 120 Spielhallen und Kasinos. Glücksspiel ist bekannt für seine Rolle im internationalen Geldwäsche-Business. Die Regierung kündigte derweil Fortbildungsmaßnahmen für arbeitslose Croupiers an. (bb)