Kolumbien |

Urteil gegen Militärs

In Kolumbien sind acht Militärs zu Haftstrafen zwischen 28 bis 55 Jahren verurteilt worden. Die Strafrichterin Floleri González verkündete Ende letzter Woche das Urteil. Sie sprach die Angeklagten schuldig des schweren Mordes an zwei Bauern, der gewaltsamen Entführung, Fälschung öffentlicher Dokumente sowie Unterschlagung, berichteten lokale Medien.

Im März 2008 hatten die Angehörigen der kolumbianischen Streitkräfte die Männer Andrés Pesca und Eduardo Garzón im Norden des Landes erschossen und anschließend als im Kampf getötete Guerilla-Kämpfer ausgegeben. Für diese sogenannten »falsos positivos« kassierten die Angeklagten pro Kopf eine Prämie von umgerechnet 1500 Euro.

Ende 2008 war der »Skandal der falsos positivos« bekannt geworden. Kolumbiens Staatsanwaltschaft liegen 964 Fälle vor, bei denen am Bürgerkrieg unbeteiligte Zivilisten von Armeeangehörigen und Paramilitärs erschossen wurden, um als Guerilla-Kämpfer präsentiert zu werden. Mit der Resolution Nr. 029 hatte Kolumbiens Regierung die Auslobung der Kopfprämie eingeführt, infolgedessen rund 2000 Unschuldige getötet worden waren. (bb)