Costa Rica |

Ureinwohner bekommen Land zurück

Der costaricanische Staat muss 4.500 Hektar an der Karibikküste an die Ureinwohner zurückgeben. Ein entsprechendes Urteil fällte das Verwaltungsgericht des mittelamerikanischen Landes, wie am Mittwoch in San José bekannt wurde. Der Gerichtshof berief sich dabei auf die per Präsidialdekret 1977 festgelegten, ursprünglichen Grenzen des Indigenareservats Keköldi in der Provinz Limón nahe der Grenze zu Panama, wo rund 10.000 Bribri-Indianer leben. Jahre später wurden die Grenzen unilateral modifiziert, und immer mehr Siedler aus anderen Gegenden liessen sich auf dem ursprünglichen Reservatsgelände nieder. Dabei seien den staatlichen Institutionen, darunter die Nationale Indigenakommission und das Institut zur Landwirtschaftlichen Entwicklung, schwere Versäumnisse anzulasten. Den Staat treffe zwar kein direktes Verschulden, er sei aber im Lichte internationaler Abkommen wie der Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zum besonderen Schutz der indigenen Bevölkerung verpflichtet, so die Richter. Die beiden betroffenen Institutionen kündigten Berufung an.

Derzeit leben in dem Indigenagebiet rund 300 nicht indianische Siedler. Diese müssen dem Urteil zufolge nun enteignet, entschädigt und das Land zurückgegeben werden. Von einem „historischen Urteil“ sprach Anwalt Danilo Chaverri, der die Indigenas vertreten hatte. Den Ureinwohnern gehe es dabei nicht nur um Landbesitz, sondern um die Wiedererlangung heiliger Stätten. Der Staat sei seiner Verpflichtung zum Schutz der Ureinwohner nicht nachgekommen und habe die Aneignung von Indigenaland durch Siedler stets geduldet. Chaverri hofft, dass im Lichte des neuen Urteils dieser Praxis nun Einhalt geboten wird. (saw)