Uruguay |

UNICEF-Studie zu Aids-Waisenkindern

Mehr als die Hälfte der Kinder, die aufgrund von Aids ihre Eltern verloren haben oder von ihnen nicht mehr versorgt werden, wachsen in Armut auf. Dies geht aus einer Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF hervor. Laut der 2010 durchgeführten Untersuchung gibt es in Uruguay derzeit mindestens 116 Aidswaise, 67 von ihnen sind selbst von Aids oder HIV betroffen.

Aufwachsen in Armut

Die meisten Kinder wachsen trotzdem bei ihren Verwandten auf. Nur 14 Prozent der Waisenkinder werden in staatlichen Einrichtungen groß. Allerdings steht in 56 Prozent der Familien, in denen Waisenkinder leben, nur ein Haushaltsbudget zur Verfügung, das unterhalb der Armutsgrenze liegt. “Der Staat muss seine Anstrengungen darauf konzentrieren, die Lebensbedingungen dieser Kinder und seiner Familien zu verbessern, vor allem die von Müttern und Großmüttern. Sie tragen die gesamte wirtschaftliche, psychische und soziale Last der Krankheit”, fordert die Studie. Laut Untersuchung kümmern sich meist die Mütter um die Waisen, wenn beide Eltern nicht für das Kind sorgen, springen Großmütter ein.

Heimkinder mit Gewalterfahrung

Die Heimunterbringung habe grundsätzlich keine negativen Einflüsse auf die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, so die Studie. Sie würden viel Unterstützung erfahren. Allerdings würden vor allem Waisenkinder aus besonders schwierigen Verhältnissen in staatlichen Einrichtungen landen. Die Hälfte dieser Kinder hat drogenabhängige bzw. straffällig gewordene Eltern und 38 Prozent dieser Kinder wurden in Heime eingewiesen, weil sie zu Hause misshandelt worden waren.

Lernschwächen und "Sitzenbleiber"

Die Ernährung sei bei 102 von 116 Kindern gut, auch die neurologischen Untersuchungen hätten bei 96 Waisenkindern keine Auffälligkeiten ergeben. Lernschwächen und ein Zurückbleiben in der geistigen Entwicklung kommen laut Studie bei den auffälligen Kindern am häufigsten vor.

Obwohl fast alle Kinder die Schule besuchen, gibt es laut der Untersuchung doch alarmierend viele Sitzenbleiber: 52 Prozent mussten aufgrund von gesundheitlichen Problemen oder Lernschwierigkeiten mindestens ein Schuljahr wiederholen. (bh)

Quelle: Adital