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Uni-Fakultät weist Gelder von Mine zurück

Der Institutsrat der Fakultät für Philosophie und Geisteswissenschaften der Nationalen Universität von Tucumán (UNT) will keine Gelder von der Bergbaufirma Alumbrera annehmen. Mit dieser Entscheidung der vergangenen Woche haben bereits 21 Fakultäten in ganz Argentinien ihre Absicht erklärt, Gelder dieses Unternehmens zurückzuweisen. Alumbrera wird vorgeworfen, Umweltbestimmungen zu missachten.

Die Entscheidung der vergangenen Woche gilt nur für die Fakultät, die über derartige Fragen selbstständig entscheiden kann. Studenten und Dozenten der haben jedoch bereits beim Universitätsrat die Forderung eingebracht, dass die Universität ihre Beziehungen zu diesem Bergbauunternehmen beenden solle.

Uran, Cäsium, Blei und Arsen in der Luft

Nach Angaben der Organisation „Azul“ werde die Umwelt in der Nähe von Andalgalá (Provinz Catamarca) im Norden Argentiniens durch Metallstaub kontaminiert. Der Staub enthalte Uran, Cäsium, Blei, Arsen, Thorium und Schwefel. Eine Untersuchung des Zentrums für Infektionskrankheiten (FUNCEI) im Auftrag der Lokalregierung hat allerdings keine Umweltschäden durch den Bergbau von Minera Alumbrera feststellen können.

Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass neben Umweltschäden auch die Gesundheit von Anwohnern Schaden nehme. So habe eine Studie von Ärzten und Freiwilligen im 42 Kilometer von der Mine entfernten Andalgalá ergeben, dass die Zahl der Krebskranken um 800 Prozent zugenommen hat, seit die Mine vor zwölf Jahren ihren Betrieb aufnahm. Vor allem Brustkrebs trete seitdem besonders häufig auf.

Ungewöhnliche Häufung von Knochenkrebs

Bei drei Kindern in der 17.000 Einwohner zählenden Ortschaft wurde zudem Knochenkrebs festgestellt. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) tritt diese Krankheit im Normalfall bei einer von 5,5 Mio. Personen auf, weshalb die Häufung der Fälle in Andalgalá die WHO-Grenzwerte stark übertrete und großen Anlass zur Sorge biete, so die Studie. (bh)

Quelle: Adital