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UNESCO mahnt Gletscherschutz an

Die UNESCO, die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur, hält die Anstrengungen der peruanischen Regierung zum Schutz der Andengletscher für nicht ausreichend. Ein Seminar in Lima beschäftigte sich Ende Mai mit der Gefährdung der Gletscher. Anil Mishra, UNESCO-Experte für Wassersysteme, erklärte, in Gesprächen mit peruanischen Regierungsstellen habe sich herausgestellt, dass diese sich des Problems nicht hinreichend bewusst seien. Es bestehe kein effektives Kontrollsystem, das Aufschluss über den aktuellen Zustand der Gletscherschmelze und die sich hieraus ergebenden Konsequenzen geben könne. Gletscher seien aber eine wichtige Wasserquelle. Mishra zufolge dienen sie als Indikator der globalen Erwärmung. Langfristig, sehr langsam, dürften die Gletscher, und damit eine zusätzliche Wasserquelle, verschwinden.

Indigene Gemeinden auf Gletscherwasser angewiesen

In Peru befindet sich die umfangreichste Kette von tropischen Gletschern auf der Erde. Diese liefern Wasser für Millionen von Menschen. Außerdem speisen sie Flüsse in Trockenperioden - entscheidend für die Wasserversorgung Tausender indigener Campesino-Gemeinden in den Anden. In den letzten 35 Jahren hat Peru 22 Prozent der Gletscher durch Abschmelzen verloren. Quelle: Eine Weltbank-Studie aus dem Jahr 2009. Zwei Programme der UNESCO versuchen, gemeinsam mit den Regierungen der Andenländer, ein internationales Netz von Wissenschaftlern und politischen Entscheidern zu knüpfen, um die Gletscher doch noch zu erhalten. (bs)

Quelle: www.noticiasaliadas.org