Mexiko |

Unbekannte töten Gemeindevertreter

In Mexikos westlichem Bundesstaat Guerrero hat ein Unbekannter am Wochenende zwei politisch aktive Kaffeebauern ermordet. Am Sonnabend, 16. November, seien die Bauerngewerkschaftler in der Gemeinde El Paraíso mitten auf dem Platz der Kleinstadt Atoyac de Álvarez in der Region Costa Grande mit mehreren Schüssen getötet worden, berichtet die Tageszeitung „La Jornada“ in ihrer regionalen Ausgabe für den Bundesstaat an der Pazifikküste.

Die Opfer, Juan Lucena Ríos und José Luis Sotelo Martínez, seien gegen 14.30 Uhr in ihrem Geländewagen in der Ortschaft eingetroffen, wo sie umgeben von einer großen Menge demonstrierender Kaffeebauern von einem Unbekannten mit „vier genauen Schüssen auf jeden“ aus nächster Nähe exekutiert worden seien, zitiert der Korrespondent des Blattes einen Hinterbliebenen. Vor Ort anwesende Polizisten hätten nicht eingegriffen, der Täter konnte unerkannt fliehen.

Die getöteten Bauern seien Opfer „politischer Kriminalität“, erinnerten Familienangehörige an andere „Exekutionen von Kämpfern für die Gemeinschaft“. Lucena und Sotelo seien „die wichtigsten Gemeindeführer“ der 6.000-Einwohnerortschaft El Paraíso gewesen und hätten zuletzt gegen mangelnde Sicherheit, unfaire Preise für Kaffeebohnen auf dem lokalen Markt und für den Wiederaufbau ihres Dorfes nach dem Tropensturm Manuel und dem Hurrikan Ingrid mobil gemacht.

Am Wochenende sollte zudem eine unabhängige Gemeindepolizei gegründet werden. Bereits vor einem Monat sei die 27 Jahre alte Tochter von Sotelo entführt worden, woraufhin sich „300 Männer bewaffnet haben, um sie zu befreien“, beruft sich „La Jornada“ auf anonyme Zeugen. Bereits letztes Wochenende sei Luis Olivares Enríquez, Gewerkschaftsführer vom Bauernverband von Costa Grande, von einem Auftraskiller ermordet worden, so die Zeitung. (bb)