Honduras |

Unbekannte schieüen auf Priesterseminar

Schüsse wurden aus vorbeifahrendem Auto abgegeben.

Tegucigalpa. Unbekannte haben auf das größte Priesterseminar der katholischen Kirche in Honduras geschossen. Wie die Tageszeitung "La Tribuna" am Dienstag berichtete, ereignete sich der Vorfall bereits am Sonntag. Es seien insgesamt 14 Schüsse auf das Seminar "Nuestra Senora de Suyapa" abgegeben worden. Verletzt wurde bei der Schießerei demnach niemand. Nach Angaben von Polizeisprecher Orlin Cerrato wurden die Schüsse aus einem vorbeifahrenden Auto abgegeben. "Wir kennen weder die Identität der Schützen noch wissen wir etwas über das Fahrzeug", zitierte ihn die Zeitung.

In dem Gebäude hatte am 3. Juli ein Treffen des honduranischen Kardinals Oscar Rodriguez Maradiaga mit dem Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Jose Miguel Insulza, stattgefunden. Honduras befindet sich derzeit in einer politischen Krise. Ende Juni war der damalige Staatspräsident Manuel Zelaya abgesetzt und ins Exil gezwungen worden. Soldaten flogen ihn nach Costa Rica aus, weil er gegen das Parlament und das Oberste Gericht eine Verfassungsänderung per Volksentscheid durchsetzen und so seine Wiederwahl ermöglichen wollte.

Die honduranische Kirche hatte die Absetzung Zelayas als verfassungskonform verteidigt, die Art und Weise der Entmachtung jedoch kritisiert. In der Zwischenzeit ist Zelaya nach Honduras zurückgekehrt und fand in der brasilianischen Botschaft Zuflucht. Die katholische Kirche versucht in der Staatskrise zu vermitteln.<n360text>

Text: KNA

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