Kolumbien |

UN-Vertreter besucht Krisenregion Cauca

Der Repräsentant des Hochkommissariats der Vereinten Nationen für Menschenrechte (UNHCHR) in Kolumbien, Todd Howland, hat am 13. Juli die kolumbianische Krisenregion Cauca besucht. Mit einem Team der UN-Organisation besuchte er Einwohner aus indigenen Gemeinden, die nach schweren Zusammenstößen aus der Ortschaft Toribío geflüchtet waren. Er führte auch Gespräche mit Vertretern der Bauern.

Am Samstag veröffentlichte das Büro der UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) in Bogotá eine Presseerklärung zum Besuch von Howland. Er habe die Aussagen der Opfer gehört und so aus erster Hand die Leiden kennen gelernt, mit denen diese aufgrund des bewaffneten Konflikts konfrontiert seien. Der Konflikt reiche bis in ihre Häuser und verhindere, dass die Kinder zur Schule gehen und die Bewohner ein normales Leben führen könnten.

Wörtlich heißt es in dem Bericht: „Es gibt viele Indigene und Bauern in dieser Gegend mit kleinen Parzellen. Es ist, als hätte man einen Krieg in seinem Hinterhof. Viele in Bogotá und anderen Städten denken, dass dieser Konflikt nur in den Bergen stattfindet. Aber die Wahrheit ist, dass dort, wo der Konflikt ausgetragen wird, viele Menschen leben, arbeiten, zur Schule gehen und ihr Heim haben. Diese Kolumbianer sind schwer betroffen und können so nicht leben, denn sie verlieren nicht nur Hab und Gut, sondern oft auch ihr Leben. Die Frustration dieser Personen ist klar und begründet“.

„Es ist schwer mit anzusehen, was diese Kolumbianer durchmachen“

Während der gesamten Mission habe er Schüsse und Explosionen gehört, berichtet Howland. Der Koordinator der Indigenen Wache (Guardia Indígena) von Miranda, Camilo Tarquiná, der Howland und seine Mitarbeiter begleitet hatte, sei beim Verlassen des Konfliktgebietes verletzt worden und befinde sich im Krankenhaus. „Ich möchte den indigenen Völkern, den Bauerngemeinden und den Behörden mein Interesse versichern dabei behilflich zu sein, dass eine Lösung für diese schwerwiegenden Umstände gefunden wird“, so Howland, der weiter erklärte: „Ich verurteile mit Nachdruck die Angriffe, die Zivilisten in Mitleidenschaft ziehen.“ Sein Team und er seien Zeugen dessen geworden, was den Menschen in dieser Region des Landes geschehe. „Es ist schwer mit anzusehen, was diese Kolumbianer durchmachen“, so der UNHCHR-Vertreter.

Howland wies mit Nachdruck auf die Empfehlung der Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Navi Pillay hin, eine Verhandlungslösung für den Konflikt zu suchen und wiederholte die Forderung an die bewaffneten Akteure, Zivilisten zu respektieren und Kämpfe in bewohnten Gebieten zu vermeiden.

Indigene stürmen Militäreinrichtungen

In der vergangenen Woche waren indigene Akteure in Toribío und Umgebung gegen Militäreinrichtungen vorgegangen. Die Indigenen bauten aus Sandsäcken bestehende mobile Wehrtürme ab und zerstörten Schützengräben. Gesandte wurden zu den Guerilleros der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) geschickt, um sie zur Einstellung ihrer Angriffe aufzufordern.

Der Verband der indigenen Räte von Nord-Cauca hatte am 8. Juli 2012 bekannt gegeben, dass die Gemeinden sich ab sofort „im ständigen Widerstand“ befinden, um die Demilitarisierung ihrer Gebiete und die Respektierung der ihnen in der Verfassung garantierten Autonomie zu erreichen. Sie fordern den Rückzug aller bewaffneten Akteure von ihren Territorien.

Quelle: Poonal/amerika21.de, Autorin: Eva Haule

Militärs im Indigenen-Bergdorf Rio Blanco in der Sierra Cauca. Foto: Pohl/Adveniat