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UN-Sonderbotschafter prüft Kraftwerksprojekt

Der UN-Sonderbotschafter für indigene Rechte, James Anaya hält sich noch bis zum 27. April in Costa Rica auf, um sich vor Ort einen Eindruck von der Situation des indigenen Volkes der Térraba zu verschaffen. Die Térraba und verschiedene Menschenrechtsorganisationen hatten bei den UN-Behörden wegen Verletzungen der indigenen Rechte im Zusammenhang mit dem Bau des Wasserkraftwerks „El Diquis“ Beschwerde eingelegt.

Sie fordern Umweltstudien, die vorherige, freie und informierende Konsultation der Indigenen zum Projekt und zeigten illegale Landnahme indigener Gebiete an.

Indigene sehen ihre Rechte missachtet

Nach Angaben der betroffenen indigenen Völker hat der Staat bereits 80 Mio. US-Dollar in das Projekt investiert, das einmal 650 Megawatt Strom erzeugen soll und die Umsiedelung von 1.500 Menschen zur Folge hätte.

Anaya wird sowohl mit Indigenen als auch mit Vertretern der staatlichen Energiegesellschaft Costa Ricas (ICE) zusammenkommen, die für das Bauvorhaben verantwortlich des größten Wasserkraftwerks in Mittelamerika verantwortlich ist. Er will sich auch zu den Vorwürfen der Landnahme von indigenen Territorien im Zusammenhang mit dem Projekt informieren und sich über den Stand des Autonomie-Gesetzes für indigene Völker in Kenntnis setzen lassen, das noch immer nicht in Kraft getreten ist.

Staatliche Energiebehörde weist Vorwürfe zurück

Der Leiter der ICE, Greivvin Mayorga wies laut der costaricanischen Tageszeitung "Diario Costa Rica Hoy" jegliche Vorwürfe zurück. Man habe sämtliche indigenen Rechte eingehalten und suche seit 2004 das Gespräch mit den Indigenen.

Nach Abschluss seines Besuches wird Anaya die Ergebnisse seines Besuchs in einem Bericht zusammenfassen. (bh)

Quelle: Adital