Kolumbien |

Trauer und Entsetzen nach Mord an Menschrechtsaktivistin

Die prominente Leiterin eines Vertriebenenverbandes in Medellín, Ana Fabricia Córdoba (51), ist einem Mordanschlag zum Opfer gefallen. Nach einem Bericht der Tageszeitung "El Colombiano" ereignete sich die Bluttat bereits am Dienstag, als Unbekannte das Feuer auf die in einem öffentlichen Bus sitzende Frau eröffneten. Ana Fabricia Córdoba ist eine Cousine der kolumbianischen Oppositionspolitikerin und ehemaligen Senatorin Piedad Córdoba, die während der Amtszeit des konservativen Staatspräsidenten Alvaro Uribe (2002-2010) als eine dessen schärfsten Kritikerinnen galt. Piedad Córdoba selbst hatte vor wenigen Tagen erklärt, ihre Kinder wegen anhaltender Morddrohungen gegen ihre Familie außer Landes zu bringen.

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "semana" hatte Ana Fabricia in einem TV-Interview ihre bevorstehende Ermordung geahnt. Am 22. November 2010 sagte sie: „Jetzt habe ich erkannt, wer meine Feinde sind und ich kenne sie gut, für sie bin ich eine Feindin, aber sich sehe sie mit den Augen einer Schwester.“

Ana Fabricia Córdoba hatte sich als Mitbegründerin der Nicht-Regierungsorganisation "Líderes Adelante por un Tejido Humano de Paz (Latepaz)" für die Rechte der Vertriebenenopfer des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien eingesetzt. Dazu gehörte unter anderem die Unterstützung bei der Forderung nach der Rückgabe von Land, dass sich paramilitärische Verbände illegal angeeignet hatten. Ana Fabricia Córdoba soll am Donnerstag in Medellín beigesetzt werden. (TK)